Viva-Flugzeug: In Zukunft auch mit Stehplätzen?

Viva ColombiaWieder redet Billigairline von Stehplätzen

Befördern Billigflieger Passagiere künftig im Stehen? Der Chef von Viva Colombia kann sich das auf kurzen Strecken gut vorstellen - und erntet Kritik.

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Die lateinamerikanische Billigairline-Gruppe Viva Air bestellte vergangene Woche auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget 50 Airbus A320 und A320 Neo. Das war dem kolumbianischen Radiosender Caracol Radio ein Interview mit Chef William Shaw wert, der auch die Tochter Viva Colombia führt. Nachdem sie einige Minuten über die neuen Flugzeuge gesprochen hatten, wollten die Moderatoren von ihm wissen, wie der Manager sich das Flugzeug der Zukunft vorstelle.

«Wenn sie mich fragen, was mir gefallen würde», antwortete Shaw, «mir würde gefallen, stehend zu reisen.» Damit sorgte der Viva-Colombia-Chef für einige Lacher bei den Moderatoren und mit Blick auf die Busse in Kolumbiens Hauptstadt Bogota fragten sie: «Sowie im Transmilenio?» Doch Shaw hatte das keineswegs scherzhaft gemeint und antwortete: «Wenn es dadurch billiger wird, warum nicht?» Wenn man eine Stunde im Transmilenio stehen könne, warum dann nicht auch im Flugzeug auf dem Weg in die Küstenstadt Cartagena oder ins Amazonasgebiet, fragte Shaw.

20 Prozent mehr Passagiere

Wenig begeistert auf diese Idee reagierte der Chef der kolumbianischen Luftfahrtbehörde Aeronáutica Civil. Alfredo Bocanegra forderte im Gespräch mit RCN Radio humane Reisebedingungen und sagte: «Es ist nicht durchführbar, dass Fluggesellschaften Passagiere stehend befördern.» Er verwies auf Sicherheitsbedenken, vor allem bei schwierigen Wetterverhältnissen.

Neu ist die Idee von Stehplätzen in Flugzeugen nicht: Im Jahr 2006 wurden erste mögliche Modelle vorgestellt. Die chinesische Spring Airlines sowie Ryanair kündigten Testphasen an, blitzen aber bei den jeweiligen Flugsicherheitsbehörden ab. 2014 besagte eine Studie der Universität Putra in Malaysia, dass Fluggesellschaften mit stehenden Passagieren 20 Prozent mehr Gäste transportieren könnten. Bei den ohnehin schon sehr kosteneffizienten Billigairlines könnte das eine Ticketpreisreduktion von bis zu 44 Prozent bedeuten, hieß es.

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