Flugbegleiterin von Cathay Pacific: Der Service soll individueller werden.

NeuorientierungCathay plant Ausbau in Europa

Die Fluggesellschaft aus Hongkong spart. Gleichzeitig investiert Cathay Pacific aber in eine bessere Business Class und will expandieren - auch in Deutschland und in der Schweiz.

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«Es ist keine einfache Phase» sagt Brian Tsoi. Cathay Pacific habe sich in den letzten Wochen von vielen und auch langjährigen Angestellten trennen müssen, sagt der Länderchef für Deutschland, die Schweiz und Osteuropa im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. 600 Stellen werden am Hauptsitz der Fluggesellschaft gestrichen. Jeder vierte Kadermitarbeiter muss gehen, beim übrigen Personal ist es fast jeder fünfte.

Es ist für Cathay der tiefste Einschnitt seit zwanzig Jahren. Tsoi ist aber überzeugt, dass dies nötig ist. «Wir haben gemerkt, dass der Umsatzrückgang nicht zyklisch war, sondern strukturell», erzählt er. Vor allem die Konkurrenten vom chinesischen Festland haben Cathay zunehmend mit Kampfpreisen das Wasser abgegraben.

Kunde soll nichts spüren

Deshalb habe die Führung beschlossen, das Unternehmen neu aufzustellen, so Tsoi. «Wir richten uns konsequent auf die Kunden aus.» Die neue Orientierung soll auch helfen, Manager stärker verantwortlich zu machen und die bisherige Konsenskultur ablösen, die Entscheide bisher mitunter verlangsamt hat.

Eines will Cathay aber nicht beeinträchtigen. «Der Kunde soll die Sparmaßnahmen nicht spüren» so Tsoi. Man habe deshalb den Personalbestand nur in der Verwaltung reduziert und nicht bei Flugbegleitern und Piloten. Nur an einer Stelle spart die Fluglinie auch im Flugzeug: Sie baut wie viele andere Fluggesellschaften eine Zehnerreihe in ihre Boeing 777 ein, verspricht aber dank neuer Sitze einen gleich bleibenden Komfort. Insgesamt 4 Milliarden Hongkong-Dollar oder umgerechnet 460 Millionen Euro spart Cathay innerhalb von drei Jahren ein.

Gespräche mit Flughäfen

Gleichzeitig investiert die Fluggesellschaft aus Hongkong. Auf der Strecke Hongkong - London testet sie momentan in der Business Class einen Restaurant-Service. «Der Passagier kann essen was er will, wann er will», so Tsoi. Bei Erfolg wird der Dienst auf allen Flügen angeboten. Die Business wird allgemein aufgefrischt. In den neuen Airbus A350 ist bereits die neue Version eingebaut. «Sie ist subtiler, zeitgenössisch-asiatisch», so der Cathay-Manager. Nach und nach kommen danach die anderen Langstreckenflieger an die Reihe.

Mit einem verbesserten Angebot und tieferen kosten will Cathay wieder mehr Kunden anlocken – vor allem auch auf dem Alten Kontinent. «Wir möchten in Europa mehr Länder und mehr Städte anfliegen», sagt Tsoi. Gespräche mit Flughäfen über neue Verbindungen fänden bereits statt. Auch in Deutschland und in der Schweiz möchte Cathay ausbauen. Zwei Dinge müssen für Tsoi dabei stimmen. «Es muss eine genug große lokale Nachfrage geben und gute Anreize von seiten der Flughäfen.»

Codeshare mit Lufthansa wirkt

Das Codeshare-Abkommen mit der Lufthansa-Gruppe hindert Cathay dabei nicht. Man könne trotzdem problemlos in Europa ausbauen, so Tsoi. Die Zusammenarbeit mit der deutschen Fluggesellschaft und ihren Töchtern sei allgemein sehr gut angelaufen. «Wir sehen schon mehr Umsteigepassagiere aus dem Lufthansa-Netz», erzählt er. Derzeit bedient Cathay in Deutschland Düsseldorf (mit dem neuen Airbus A350) und Frankfurt (mit Boeing 777), sowie in der Schweiz Zürich (Boeing 777).

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