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Abbau von 8500 Stellen

Cathay Dragon stellt den Betrieb ein

Kahlschlag bei der Cathay Pacific Group: Der Konzern schließt die Tochter Cathay Dragon und baut zugleich 24 Prozent der Stellen ab. So will die Traditionsairline aus Hongkong ihre Zukunft sichern.

Cathay Pacific Group

Flieger von Cathay Dragon (vorne) und Cathay Pacific: Die rote Marke überlebt die Corona-Krise nicht.

Für umgerechnet 92 Millionen Euro gab die Gruppe ihrer Tochter vor vier Jahren ein neues Gesicht. Aus Dragonair wurde Cathay Dragon. So wollte sie die Fluggesellschaft besser positionieren und stärken, die vor allem Flüge von Hongkong nach Festland-China anbietet.

Jetzt verschwindet die eben erst teuer neu ausgerichtete Marke. Cathay Dragon stellt ihre Tätigkeit mit sofortiger Wirkung ein, wie die Cathay Pacific Group am Mittwoch (21. Oktober) bekannt gab. Die Mehrheit der Strecken würden von Cathay Pacific selbst und der im Frühjahr 2019 übernommenen Billigtochter HK Express übernommen. «Auch wenn es sehr traurig ist, sich von einer 35 Jahre alten Marke und allem, was sie ausmacht, zu verabschieden, sieht die Realität so aus, dass wir uns in diesen schwierigen Zeiten» auf zwei Marken konzentrieren müssen, so Aufsichtsratsvorsitzender Patrick Healy. Man gewinne so bei Betrieb und Marketing «erheblich» an Effizienz.

Jede vierte Stelle verschwindet bei der Cathay Pacific Group

Es ist nicht der einzige radikale Schritt, den die Cathay Pacific Group unternimmt. Zugleich hat sie beschlossen, ihren Personalbestand insgesamt um 24 Prozent oder 8500 Stellen zu reduzieren. Durch einen Einstellungsstopp und freiwillige Abgänge konnte man 2600 Arbeitsplätze bereits abbauen, so das Unternehmen. 5300 Angestellte in Hongkong und 600 im Ausland bekommen aber die Kündigung. «Wir bedauern aufrichtig die Sorgen und das Leid, das dies bei den Betroffenen und ihren Familien auslösen wird», so Healy.

Damit nicht genug. Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in Hongkong müssen sich auf tiefere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen einstellen. Man wolle die Entlohnung «stärker an der Produktivität und an der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt ausrichten», nennt es die Gruppe. Gleichzeitig bleiben die Löhne des Managements gekürzt und für 2021 wird es für niemanden Bonus oder Lohnerhöhung geben.

Tiefrote Zahlen im ersten Halbjahr

Die Cathay Pacific Group hat gleich zwei Krisen zu bewältigen. Zuerst sorgten die politischen Unruhen in Hongkong für einen Einbruch der Passagierzahlen, dann die Covid-19-Pandemie. Die Einnahmen betrügen aktuell nur rund zwei bis drei Prozent des Vorkrisenniveaus, so Aufsichtsratsvorsitzender Healy.

Im Juni musste die Regierung von Hongkong den Konzern mit 39 Milliarden Hongkong-Dollar oder umgerechnet 4,6 Milliarden Euro stützen. Fürs erste Halbjahr wies er einem Reinverlust von 9,9 Milliarden Hongkong-Dollar oder umgerechnet 1,1 Milliarden Euro aus. «Die heutigen Entscheidungen mussten getroffen werden, um den Barmittelabfluss auf ein nachhaltiges Niveau zu bringen und das Überleben dieses unglaubliche,n 74 Jahre alten Unternehmens zu sichern», so Healy.



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