Gulfstreams G500: Wann gehen die ersten Exemplare an die Kunden?

TriebwerksgondelnZulieferer-Streit bremst Gulfstreams G500

Der US-Flugzeugbauer will endlich seine neue G500 ausliefern. Das Typenzertifikat hat der Jet schon. Doch nun bereiten zwei Zulieferer Gulfstream Sorgen.

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Nach vorherigen Verzögerungen wollte Gulfstream im dritten oder vierten Quartal 2018 damit beginnen, die neue G500 auszuliefern. Doch nun droht ein Streit zwischen zwei Zulieferern die Pläne des Flugzeugherstellers durcheinander zu wirbeln. Bei dem Zwist geht es um das Triebwerk PW800 von Pratt & Whitney Canada.

Der Triebwerkshersteller und die amerikanische Firma Nordam, die die Triebwerksgondeln für das PW800 baut, können sich in einem Vertragsstreit nicht einigen. Laut dem Fachmagazin Flightglobal geht es dabei um Entwicklungskosten. Anfang Juli stellte Nordam daher die Produktion der Gondeln ein.

Flucht in die Insolvenz

«Nach monatelangen erfolglosen Versuchen, einen Vertragsstreit mit Pratt & Whitney Canada zu lösen», habe man sich zu dem Schritt entschlossen, sagte Nordam-Chefin Meredith Madden. Der Triebwerksbauer entgegnete, man habe seit mehr als einem Jahr unablässig mit Nordam daran gearbeitet, deren Schwierigkeiten beim PW800-Gondelprogramm zu lösen.

Man werde die Firma zur Verantwortung ziehen. Am 23. Juli flüchtete sich Nordam unter Verweis auf den Vertragsstreit in die Insolvenz nach Chapter 11. Dieser Abschnitt des Insolvenzrechts der USA erlaubt es Unternehmen, weiterzuarbeiten, ohne sich zu sehr um die Forderungen der Gläubiger sorgen zu müssen.

Auswirkungen auf Auslieferungen

Das PW800 treibt Gulfstreams neue Flugzeugtypen G500 und G600 an. Erst am 20. Juli hatte die G500 das Typenzertifikat von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA erhalten und damit auch die Bewilligung für die Triebwerksgondeln. Pratt & Whitney Canada kündigte nun an, alles zu tun, um die Auswirkungen des Streits auf die Kunden zu minimieren.

Doch Phebe Novakovic, Chefin von Gulfstreams Mutterkonzern General Dynamics erklärte: «Das aktuelle Problem wird in diesem Jahr einige Auswirkungen auf unsere Auslieferungen haben.» Es sei aber lösbar, fügte sie an und formulierte ihre Erwartung an die Streithähne: «Wir sind zuversichtlich, dass die Parteien ihre Streitigkeiten rasch beilegen werden.»

Hohe Reichweite

G500 und G600 bieten Platz für bis zu 19 Passagiere und erreichen Geschwindigkeiten von maximal Mach 0.90. Die Cockpits beider Jets sind mit Touch-Screen-Displays und aktiven Sidesticks augestattet. Die G500 kann bis zu 9630 Kilometer weit fliegen, die G600 bis zu 12.038 Kilometer. Die G600 soll nach der G500 auf den Markt kommen. «Dieses Flugzeug steuert auf die Zertifizierung Ende des Jahres zu», sagte Gulfstreams Chefingenieur Dan Nale Ende Mai im Gespräch mit aeroTELEGRAPH.

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