Falcon Eye in der Falcon 6X: Der irische Regierungsjet ist nicht mit dem System ausgestattet.

Falcon 6XStreit mit Israel: Irischer Regierungsjet muss ohne zentrales Sicherheitssystem auskommen

Irland gilt als eines der israelkritischsten Länder Europas. Aus politischen Gründen verzichtete Dublin nun beim Kauf seines neuen Regierungsjets auf ein zentrales Sicherheitssystem des israelischen Herstellers Elbit Systems.

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Bereits kurz nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kritisierte Irland als eines der ersten europäischen Länder die folgende israelische Militäroffensive im Gazastreifen als unverhältnismäßig. Im Mai 2024 erkannte Irland gemeinsam mit Spanien und Norwegen einen palästinensischen Staat an. Außerdem schloss sich das Land dem von Südafrika vor dem Internationalen Gerichtshof angestrengten Völkermordverfahren gegen Israel an. Kurz darauf kündigte Israel die Schließung seiner Botschaft in Dublin an.

Erklärt wird die israelkritische Haltung auch mit der eigenen irischen Geschichte, sagt Brendan Ciarán Browne, außerordentlicher Professor am Trinity College Dublin, beim Sender Euronews. Irland stand über sieben Jahrhunderte unter britischer Besatzung. Das habe ein kollektives Gedächtnis geprägt, das sich heute in Solidarität mit den Palästinensern zeige.

Irland verzichtet auf Sichthilfe-System

Welche Auswirkungen diese Ablehnung hat, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der irischen Luftfahrt. Nach Recherchen von The Journal, einem der größten Online-Nachrichtenportale Irlands, wurde beim neuen Regierungsflieger des Landes bewusst auf das optional erhältliche Sicherheitssystem Falcon Eye verzichtet. Irland hatte den Jet, eine Dassault Falcon 6X im Wert von 53 Millionen Euro, kurz vor Weihnachten 2025 übernommen.

Falcon Eye ist ein Enhanced Flight Vision System, kurz EFVS, also ein Sichthilfe-System. Vereinfacht gesagt ist es eine Art Nachtsicht- und Nebel-Brille für das Cockpit. Das System sitzt in der Nase des Flugzeugs und funktioniert wie eine Kombination aus Wärmebildkamera und Navigationssystem. Durch die Verbindung mit computergenerierten Geländedaten liefert es Pilotinnen und Piloten trotz eingeschränkter Sicht ein genaues Bild der Umgebung. Verschiedene Hersteller bauen dabei ihre eigenen Versionen solcher Systeme.

Laut Verteidigungsministerium keine Einschränkungen

Dassault arbeitet bei Falcon Eye mit dem israelischen Unternehmen Elbit Systems zusammen. Für den Einbau des Systems hätte Irland einen direkten Vertrag mit Elbit Systems abschließen müssen. Genau das habe die irische Regierung aber nicht gewollt, erklärten mehrere Quellen gegenüber The Journal. Die Beschaffungsverantwortlichen hätten darin einen Schritt gesehen, der für den irischen Staat zu weit gegangen wäre.

Auf eine Anfrage, die das Portal bereits im April gestellt hatte, äußerte sich das irische Verteidigungsministerium dazu, ob das fehlende System den Einsatz der Flugzeuges einschränke. Die Antwort: «Auch wenn es nicht angemessen wäre, weitere Angaben zur Ausstattung des Flugzeugs zu machen, kann bestätigt werden, dass derzeit keine Einschränkungen hinsichtlich der Einsatzfähigkeit des Flugzeugs bestehen.»

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