Eine Embraer Praetor 600 im Flug: Der brasilianische Hersteller will eine größere Businessjet-Familie auf den Markt bringen.

Neue FlugzeugeEmbraer denkt über größere Businessjet-Familie nach

Der brasilianische Flugzeugbauer will zur Konkurrenz aufschließen und denkt laut über den Bau von Ultra-Langstrecken-Businessjets nach. Embraer will dabei nicht bei einem Flugzeug bleiben.

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Embraer hat vor rund drei Monaten das Projekt für ein neues Turbopropflugzeug vorerst auf Eis gelegt. Neuigkeiten zur E3, wie der Flieger inoffiziell heißt, werde es im laufenden Jahr nicht mehr geben, sondern frühestens 2024, so Konzernchef Francisco Gomes Neto kürzlich.

Die Brasilianer bauen aber nicht nur kommerzielle Flugzeuge, sondern sind auch in der Sparte Businessjets stark. Was ihnen aktuell allerdings fehlt, sind Geschäftsreiseflugzeuge für Ultra-Langstrecken. Hier hat die Konkurrenz von Gulfstream bis Dassault die Nase vorn.

Flugzeugfamilie oberhalb der Praetor-Serie

Das soll sich ändern. Michael Amalfitano, Chef der Businessjet-Sparte von Embraer, sagte kürzlich, dass man den Bau eines großen Businessjets oberhalb der Praetor-Familie prüfe, schreibt das Magazin Flightglobal. Nach Informationen von aeroTELEGRAPH aus dem Umfeld des Konzerns, soll nicht nur ein Flugzeug, sondern eine ganz neue Flugzeugfamilie entworfen werden.

Anders als in der Vergangenheit wird der Konzern dabei nicht mehr auf Passagiermaschinen aufbauen, wie bei der inzwischen eingestellten Lineage 1000, die auf der E190 basiert. «Wir werden reine Geschäftsreiseflugzeuge anbieten, die speziell für die Märkte entwickelt werden, in denen sie eingesetzt werden», so Amalfitano.

Kunden wollen umsteigen

Das sei wichtig, um Kunden zu halten, die von den mittelgroßen Praetor 500 und 600 auf eine größere Maschine umsteigen wollen, so Amalfitano. «Jetzt, wo die Flotte weiter wächst, müssen wir darauf achten, dass wir diese Kunden in unserer Produktfamilie behalten», fügte der Manager hinzu. Beide Maschinen sind die größten Jets, die Embraer aktuell produziert und die Nachfolger der Legacy-Businessjets.

Die Embraer Praetor 500 ist eine Weiterentwicklung der Legacy 450. Der Jet bietet bis zu neun Reisenden Platz und hat mit 6190 Kilometer eine verbesserte Reichweite. Die Praetor 600 baut auf der Legacy 500 auf. Ähnlich wie die Praetor 500 hat auch die 600er-Version mit 7440 Kilometer eine verbesserte Reichweite und Platz für zwölf Passagiere.

Potenzial auch für kleinere Maschinen

Nicht nur oberhalb der Praetor-Familie könnten Neuentwicklungen anstehen. Auch im Bereich der sogenannten Light Businessjets sieht der Hersteller Potenzial. Aktuell ist Embraer, aber mit der Phenom-Familie gut aufgestellt. Schließlich ist die Phenom 300 ist seit elf Jahren in Folge der meistverkaufte Jet in diesem Segment. «Wir haben viel vor», sagt Amalfitano. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht.

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