Bordkarte): Auf ihr stehen viele wichtige Informationen.

FlugticketsBuchungscode ist ein Sicherheitsrisiko

Während es bei den meisten Online-Verfahren mindestens zwei Sicherheitsmaßnahmen gibt, stecken Flugbuchungen noch in der Steinzeit fest. Zu diesem Schluss kommen zumindest Experten aus Berlin.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Mehr als 90 Prozent aller Online-Flugreservierungen werden von den drei größten Global Distribution Systems GDS Amadeus, Sabre, und Travelport geregelt. Und das heißt auch: bei mehr als 90 Prozent aller Online-Flugreservierungen gibt es ein Sicherheitsrisiko. Das zumindest haben die Experten von Security Research Labs in Berlin herausgefunden. Das Unternehmen kritisiert Amadeus und Co. scharf. Es sei auch für ungeübte Hacker viel zu einfach, Buchungen zu manipulieren.

Der Grund: «Heutige GDS basieren auf Technik aus den 70er- und 80er-Jahren. Sie sind inzwischen vielleicht webbasiert, aber ihnen fehlen die richtigen Sicherheitsmaßnahmen», so das Unternehmen in einer Mitteilung. Sogar die eigentlich naheliegendste Schutzmaßnahme gibt es bei den meisten Online-Flugbuchungen nicht – ein Passwort. «Während der Rest der Welt über zweite und dritte Schutzmaßnahmen nachdenkt, fehlt hier direkt die erste», prangern die Forscher an.

Risiko Buchungscode

Die Authentifizierung der Reisenden erfolgt in den meisten Fällen über den sechsstelligen Buchungscode. Er sieht immer gleich aus, verwendet werden etwa keine Spezialzeichen und nur Großbuchstaben. Er wird zwar in Kombination mit dem Nachnamen verwendet – beide Informationen stehen aber auf Gepäckanhängern, Ticket, Bordkarte. Sobald jemand einen Blick darauf werfen kann, kann er – sofern er den bösen Willen denn hat – online ganz leicht die Buchung des Passagiers ändern oder stornieren. Man kann sogar die zugehörige Mailadresse zur eigenen ändern und sich so Freiflüge erschummeln – auf Kosten anderer.

Es ist ein weiterer Grund, die Bordkarte oder andere Reiseinformationen niemals auf Facebook zu posten. aeroTELEGRAPH demonstrierte vor Kurzem im Test, wie einfach es ist, sich Zugang zu essentiellen Passagierinformationen zu verschaffen, wenn man nur ein Foto von der Bordkarte sieht.

Meilenklau möglich

Doch nicht nur das ist laut Security Research Labs ein Problem. Auch wenn es für jeden der sechsstelligen Codes fast zwei Milliarden Möglichkeiten gibt – Hacker können sie nicht allzu schwer voraussagen. Denn: Täglich werden zum Beispiel von Amadeus ein bis zwei Millionen Buchungscodes vergeben. Und das folgt einer Logik, welche die Arbeit erleichtert. Wie die Hacker «Zeit Online» verraten, ließen sich «mit überschaubarem Aufwand» alle Buchungen eines Jahres für einen Nachnamen durchsuchen – falls es denn nicht einer der häufigsten Nachnamen ist. Ein Computer schafft, so heißt es, in einer Stunde rund 100.000 Buchungen.

Auch Meilenklau ist mit der Suchtechnik möglich, wie die Hacker dem Rechercheverbund des NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung demonstriert haben. Hacker können bei Flugbuchungen fremder Passagiere ganz einfach eine andere Vielfliegernummer eingeben.

Mehr zum Thema

Die gepostete Bordkarte: Auf Facebook oder Twitter gibt sie wegen Codes und Strichcode vieles preis.

Warum die Bordkarte nicht auf Twitter gehört

ticker-amadeus

Amadeus plant Milliardenübernahme im Bereich Biometrie

ticker-amadeus

Kooperation: Amadeus und Tata Consultancy wollen gemeinsam Digitalisierung der Reisebranche vorantreiben

ticker-amadeus

Amadeus und Icao bündeln Kräfte für digitale Identität im Luftverkehr

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies