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C-Series

Bombardier-Großbestellung stark gefährdet

Es war eine Bestellung, in die Bombardier große Hoffnungen setzte. Nun könnte es sein, dass Porter Airlines die insgesamt 30 C-Series-Jets doch nicht kauft, weil eine Bedingung nicht erfüllt ist.

Wladyslaw/Wikimedia/CC

Billy Bishop Airport: Jets dürfen hier nicht landen.

«When it rains, it pours.» Dieses angelsächsische Sprichwort heißt soviel wie: Schlimmer geht immer. Und es scheint momentan ziemlich gut die Situation bei Bombardier zu beschreiben. Der Konzern ist angeschlagen und hat riesige Schulden angehäuft. Um die zu reduzieren, wollte er unter anderem das C-Series-Programm verkaufen. Zuletzt musste der Staat eingreifen. Die Provinz Québec übernimmt die Hälfte des Programms.

Die C-Series hätte eigentlich ein Prestigeobjekt des kanadischen Herstellers werden sollen. Er war dazu gedacht, Airbus und Boeing das Fürchten zu lehren. Doch die Bestellungen für den neuen Flieger lassen zu wünschen übrig. Als wäre das nicht genug, steht nun noch eine wichtige Großbestellung vor der Annullierung. Bombardier wird dabei Opfer von politischen Diskussionen. Kanadas neuer Transportminister Marc Garneau erklärte dieser Tage: Es wird keine Landeerlaubnis für Jets am Billy Bishop Airport geben, dem Stadtflughafen von Toronto.

Order war an Flughafenerweiterung geknüpft

Doch genau das war die Bedingung, die Porter Airlines im Jahr 2013 genannt hatte, als sie eine Bestellung über 12 C-Series tätigte und sich 18 Optionen sicherte. Billy Bishop ist die Basis von Porter Airlines. Mit der C-Series wollte die Fluglinie expandieren, was Flotte und Strecken betrifft. Wenn allerdings keine Jets erlaubt sind, ist das nicht möglich. Der Flughafen hätte dafür eine Erweiterung umsetzen müssen.

Noch ist alles nicht hochoffiziell. Garneau hatte die Aussage, dass es über die Jet-Erlaubnis keine weiteren Diskussionen gebe, über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet. Man werde so lange mögliche Flughafenerweiterungen für Jets in Betracht ziehen und prüfen, bis es von der Regierung das definitive Nein gebe, heißt es laut der Zeitung The Globe and Mail beim Flughafen in Toronto.

Alternative Hoffnungen für Bombardier

Ganz leer wird Bombardier wohl so oder so nicht ausgehen, meinen Branchenkenner. Irgendwie muss Porter ja expandieren. Vielleicht könnte die Airline also die Bestellungen von C-Series CS100 in die für größere CS300 umwandeln und dann ab dem größeren Flughafen von Toronto aus wachsen.

Einer dürfte sich über die Ansage von Garneau freuen: Air Canada. Die Konkurrentin von Porter arbeitet schon länger gegen die Jet-Erlaubnis. Zuletzt hatte sie sogar eine Studie in Auftrag gegeben, die beweisen sollte, dass eine Erweiterung von Billy Bishop viel zu teuer sei. Porter hielt stets dagegen. Die Studie sei so zusammengeschustert, dass sie Air Canadas Argumente unterstütze. Sie sei nicht objektiv. Die Fluglinie habe einfach Angst, dass Porter ihr mit den Jet-Flügen Passagiere auf Strecken wegschnappe, die Air Canada nur mit Propellerfliegern anbietet.



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