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Alter Rechtsstreit

Nigeria ordnet Pfändung von Emirates-Flieger an

Vor elf Jahren klagte eine Passagierin in Nigeria gegen die Golfairline und bekam recht. Weil Emirates bis heute nicht zahlte, soll jetzt einer Boeing 777 beschlagnahmt werden.

aeroTELEGRAPH

Boeing 777-300ER von Emirates: In Lagos droht der Pfandsiegel.

Werbung für die Expo 2020, gesponserte Fußballvereine oder vom Aussterben bedrohte Tiere: Emirates versieht ihre Flieger gerne mit großformatigen Aufklebern, um Botschaften zu vermitteln. Weniger erfreulich ist nun ein kleiner Aufkleber, den ein Flieger der Golfairline in Nigeria bekommen soll: ein Pfandsiegel.

Ein nigerianisches Bundesgericht ordnete diese Woche die Pfändung eines Flugzeuges von Emirates an. Nach einer Klage einer nigerianischen Passagierin sprach ein Gericht der Frau eine Entschädigungszahlung samt Schadensersatz von umgerechnet mehr als 20.000 Euro zu. Weil die Fluglinie diese Zahlung bislang nicht leistete, wies ein Richter jetzt die Beschlagnahmung an, berichten lokale Medien.

Erste Klage vor zwölf Jahren

Die Klage der Passagierin reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Trotz eines gebuchten Tickets verweigerte Emirates ihr im Jahr zuvor die Mitnahme. Weil die Fluglinie die Höhe der angeordneten Entschädigungszahlungen als rechtswidrig empfand, verweigerte sie die Auszahlung, so der Radiosender The Nigerian Voice. Im Rechtsstreit erhöhte das Gericht die Entschädigungen mehrere Male, bis der Fall zur Angelegenheit des Bundesgerichts wurde.

Emirates fliegt Nigerias größte Stadt Lagos aktuell zwei Mal täglich mit einer Boeing 777-300 ER an. Das Gericht will der Fluglinie nach der Pfändung eines Flugzeuges 30 Tage Zeit geben, um die geforderten Gelder zu zahlen. Nach Ablauf der Frist planen die Behörden, das Flugzeug zu versteigern.

Bislang keine Auswirkungen

Bislang äußerte sich Emirates nicht zu der Anordnung aus Nigeria. Auch strich die Fluglinie bis zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels keinen ihrer planmäßigen Flüge nach Nigeria. Im Gegensatz zu einem Flugausfall dürfte die Zahlung der geforderten 20.000 Euro das geringe Übel für Emirates sein.

 



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