Dreamliner von Norse Atlantic am BER: Aktuell geht es nur nach New York JFK.

Norse AtlanticBER droht der dauerhafte Verlust von Los-Angeles-Flügen

Berlins Flughafen wünscht sich mehr Langstrecken. Doch Norse stellte ihre Flüge nach Los Angeles schnell wieder ein - und sagte, man wolle sie saisonal durchführen. Doch auch das wackelt nun.

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Das Airline-Management war da, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft und natürlich die Presse. Norse Atlantic und der Flughafen Berlin Brandenburg feierten den Erstflug nach Los Angeles groß. Doch nur acht Wochen später war es wieder vorbei. 

«Die Wintersaison ist für die Branche traditionell schwieriger und wird in diesem Jahr durch die hohen Treibstoffpreise, die steigende Inflation in den von uns bedienten Märkten und die unsichere Gesamtnachfrage zusätzlich belastet», erklärte im Oktober ein Sprecher der Airline gegenüber aeroTELEGRAPH.

Keine Erwähnung im bisherigen Sommerflugplan

Daher habe man bestimmte Frequenzen von Oslo und Berlin in die USA reduziert und plane nun, Flüge nach Los Angeles auf saisonaler Basis durchzuführen. Doch ob Los Angeles wirklich wiederkommt, ist nicht klar. In den am Mittwoch (9. November) von Norse veröffentlichten Routen für den Sommerflugplan findet Berlin - Los Angeles keine Erwähnung.

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH erklärt ein Sprecher der Fluggesellschaft, es handele sich erst um eine erste Reihe an Zielen, im Dezember eröffne man weitere. Ob Flüge von Berlin an die Westküste der USA dabei sein werden, könne man noch nicht sagen.

Schlechte Auslastung im Oktober

Man evaluiere noch, welche Ziele sinnvoll seien, so der Sprecher. Dass man bislang bei Los Angeles noch zu keinem Ergebnis gekommen ist, gibt allerdings nicht unbedingt Grund zur Hoffnung. Und auch die Zahlen zur Auslastung, die die Airline am Dienstag (8. November) bekannt gab, deuten eher auf eine weitere Ausdünnung des Flugplans hin.

Die Auslastung lag im vergangenen Monat bei nur 60 Prozent. Die Low-Cost-Langstreckenfluggesellschaft will nun durch die Reduzierung ihres Streckennetzes sowohl die Erträge als auch die kränkelnde Auslastung verbessern.

Nur wenige Langstrecken ab Berlin

Die in Oslo ansässige Norse Atlantic Airways wurde von Reedereibesitzer Bjørn Tore Larsen gegründet, der auch Chef der Airline ist. Mit dabei sind die ehemaligen Norwegian-Gründern Bjørn Kjos und Bjørn Kise. Anfang des Jahres war sie mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 75 Prozent gestartet, die jedoch im August schnell auf nur 69 Prozent und im September sogar auf miserable 58 Prozent sank.

Für den Flughafen BER wäre ein dauerhafter Wegfall der Los-Angeles-Flüge ein Rückschlag. Denn: Für einen Hauptstadtflughafen hat der BER nicht wirklich viele Langstreckenziele im Angebot. Die Lufthansa-Gruppe fliegt ab Berlin ihre Drehkreuze in Brüssel, Frankfurt, München, Wien und Zürich an, um von dort die Passagiere auf die Interkontinentalstrecken zu bringen. Ändern wird sich das erstmal nicht - auch wenn der erste Dreamliner der Airline den Namen «Berlin» erhalten hat.

Neue Norse-Strecke ab Dezember

Im kommenden Sommer wird es Stand jetzt Flüge nach New York JFK von Norse und nach Newark von United geben, auch Delta will dann nach New York JFK. United plant ab Mai Washington-Flüge - die allerdings bereits 2022 hätten starten sollen und dann verschoben wurden.

Zudem fliegt Qatar Airways den Flughafen an, Scoot bedient Berlin-Singapur und Hainan Airlines fliegt via Dalian mit einem einwöchigen Zwischenstopp nach Peking. Schon im Dezember will Norse es mit einer weiteren Langstrecke versuchen und Fort Lauderdale anfliegen. Die Flüge sind buchbar und weiterhin geplant.

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