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Segelflieger: Kollisionskurs mit A320

Ein Segelflugzeug wäre am Dortmunder Flughafen beinahe mit einem A320 kollidiert. Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Das löst Diskussionen aus.

Paul Hailday / Wikimedia / CC

Segelflugzeug auf Kollisionskurs: Zwischen beiden Flugzeugen lagen nur etwa 100 Meter.

Für die Crew des Airbus der Billigfluggesellschaft Wizz Air war es ein Schreckensmoment. Ein Segelflugzeug wäre beinahe in ihre Flugroute geraten. Mit ihrem A320 kamen die Piloten aus Kattowitz und befanden sich gerade im Landeanflug auf den Flughafen Dortmund. Nach Angaben der Besatzung näherten die beiden Flugzeuge auf bis zu 100 Meter. Der Vorfall geschah auf einer Flughöhe von 2500 Fuß (rund 760 Meter). Die Kennung des Segelfliegers konnte die Airbus-Besatzung nicht erkennen.

Die Beinahe-Kollision ereignete sich bereits am 4. August, wurde jetzt aber erst durch die Veröffentlichung im Bulletin der deutschen Bundesstelle für Fluguntersuchung (BFU) bekannt. Die Behörde spricht in ihrem Untersuchungsbericht von einer «schweren Störung».

Verspätungen und Beinahe-Kollisionen

Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Immer wieder kommen sich Segelflugzeuge und Passagiermaschinen gefährlich nahe, wie etwa im Juli beim Flughafen Frankfurt-Hahn. Auch kommt es immer wieder zu Verspätungen, weil Segelflieger im Abflugraum von Flughäfen kreuzen und Passagiermaschinen nicht starten können.

Das Problem: In der Regel sind die Segelflieger nicht auf den Frequenzen des Kontrollturms und können nicht kontaktiert werden. Klaus Koplin, Präsident des Deutschen Aero Clubs, weiß um Problematik. Sein Rat: «Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg.» Wenn alle Nutzer für die Lotsen erreichbar und auch bereit wären, aufeinander Rücksicht zu nehmen und die Interessen der anderen zu respektieren, könnte der Luftraum in Flughafennähe auch für die Segelflieger erhalten bleiben. «Das bedeutet, in bestimmten Situationen auch mal Platz zu machen», sagte Koplin gegenüber aeroTELEGRAPH.

Freie Routenwahl?

Die Alternative dürfte den Freizeitsportlern nämlich nicht schmecken: Der Luftraum würde für Segelflieger gesperrt und könnte nur durch Freigaben zugängig gemacht werden. «Damit würde sich der Traum von der Freiheit der Routenwahl in Luft auflösen», erklärte Koplin.



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