Letzte Aktualisierung: um 9:48 Uhr
Partner von  

Streit mit Gewerkschaften

Bei Luxair herrscht dicke Luft

Die luxemburgische Airline hat harte Sparmaßnahmen wegen Corona beschlossen. Gewerkschaften sind sauer, dass Luxairs Management im Alleingang handelt.

aeroTELEGRAPH

Flieger von Luxair: «Schlag ins Gesicht».

«Der Luxair geht es nicht gut» – mit diesen Worten beschrieb der neue Geschäftsführer Gilles Feith im Juli die Lage der Fluglinie. Wegen Corona sind die Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr in der ersten Jahreshälfte 2020 um zwei Drittel zurückgegangen. Während sich etwa ein Drittel der Angestellten in Kurzarbeit befinden, läuft der Neustart schleppend an.

Das Heimatdrehkreuz Luxemburg zählte im Juni insgesamt nur etwa ein Zehntel der Passagiere des Vorjahreszeitraums. Im Juli gingen bei Luxair die Buchungszahlen im Vergleich zum Juni sogar nochmals zurück. Es zeichnete sich ab, dass die luxemburgische Nationalairline einen harten Sparkurs einschlagen muss.

«Schlag ins Gesicht»

Gemeinsam mit der Frachtairline Cargolux, Findel-Betreiber Luxairport, der Regierung Luxemburgs sowie Gewerkschaften erklärte Luxair nach einem Krisentreffen im Juli, man könne Entlassungen vermeiden. Mit den Sitzungspartnern wurde entschieden, gemeinsame Pläne zur Stärkung der luxemburgischen Luftfahrt zu schmieden.

Wenige Tage vor dem nächsten Gipfeltreffen am Donnerstag (17. September) beschloss Luxair nun aber eigene Sparmaßnahmen, berichtet die Zeitung Luxemburger Wort. Diese erarbeitete die Generaldirektion der Fluglinie angeblich ohne Rücksprache mit den Sitzungspartnern, beklagen Gewerkschaften. Sie sprechen von einem «Schlag ins Gesicht».

Kürzungen zu Lasten der Mitarbeiter

Im Maßnahmenkatalog ist demnach vorgesehen, Gehälter für drei Jahre zu reduzieren, Urlaubstage auf das gesetzliche Minimum zu beschränken sowie die Zahlung eines 13. Monatsgehalts auszusetzen. Ebenso werden Beförderungen gemäß Betriebszugehörigkeit sowie bezahlte 15-minütige Pausen gestrichen, berichtet die Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek. Eine Stellungnahme der luxemburgischen Regierung, die 52 Prozent der Anteile an Luxair hält, steht bislang aus.

Dass Luxemburg die Maßnahmen entschärft, ist nicht auszuschließen. Kritische Stimmen unterstellen Luxair, die Ankündigung als verlängerten Verhandlungshebel zu nutzen im Vorfeld kommender Krisentreffen, bei denen Sparmaßnahmen diskutiert werden. Eine Anfrage von aeroTELEGRAPH lies Luxair bis zum Erscheinen dieses Artikels unbeantwortet.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.