Nördlicher Sinai: Diverse Behörden warnten vor tiefen Flügen. Die Easa hebt vor allem den Norden des Sinai als heikel hervor.

Unglücksflug 7K9268Behörden warnen schon lange vor Sinai-Flügen

Ein Abschuss des A321 von Metrojet/Kogalymavia durch IS-Terroristen ist unwahrscheinlich. Dennoch ist der Sinai für Flugzeuge eine gefährliche Gegend. Diverse Behörden warnen schon länger vor zu tiefen Routen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Das gleich vornweg: Die Piloten des Airbus A321 von Metrojet/Kogalymavia haben keinerlei Vorschriften missachtet, als sie von Sharm El-Sheik über den Sinai in Richtung St. Petersburg flogen. Denn auf Reiseflughöhe gilt der Luftraum über der ägyptischen Halbinsel als sicher. Kurz vor der Unglücksmaschine befanden sich denn auch eine Boeing 747 von Cargolux, eine Boeing 737 von Royal Flight, eine B737 von Orenair und ein Airbus A321 von Nordwind Airlines auf der Strecke, wie das Sicherheitsberatungsunternehmen Jacdec schreibt.

Dennoch ist der Sinai für Flugzeuge kein völlig ungefährlicher Ort. Es gebe ein «potenzielles Risiko» für Flieger im nördlichen Sinai wegen spezifischer Flugabwehr-Waffen, warnte etwa die britische Flugaufsicht Nats am 8. September 2015. Die Gefahr bestehe unterhalb einer Höhe von 25.000 Fuß oder 7620 Metern. Fluggesellschaften sollten dies bei der Festlegung von Routen in Betracht ziehen.

Easa hob im November 2014 den Warnfinger

Auch die amerikanische Federal Aviation Authority FAA warnte bereits vergangenen März vor Sinai-Flügen. «Seien Sie extrem vorsichtig» schrieb sie in einer so genannten «Notice to Airmen» oder «Notam», einer dringlichen Anordnung an Piloten und Fluglinien. Bereits im November 2014 hatte auch die europäische Luftfahrtbehörde Easa den Warnfinger gehoben. «Wegen der Aktivitäten von Aufständischen müssen alle Betreiber von Flugzeugen sich des Risikos in Bezug auf die Sicherheit im Nordsinai bewusst sein», schrieb sie.

Wie die FAA wies auch die Easa auf den Einsatz von Gewehren, reaktiven Panzerbüchsen, Mörsern und Flugabwehrwaffen inklusive Raketenwerfern durch die Isis-Rebellen hin. Dies stelle ein «bedeutendes Risiko» für den Flugverkehr unterhalb von 26.000 Fuß dar. Laut der Behörde überfliegen täglich rund 300 Flüge nach und aus Europa das Gebiet. Sie halten sich aber alle weit über der kritischen Grenze.

Eurocontrol reagiert

Nun reagierte auch die europäische Flugaufsicht Eurocontrol. Am Sonntag (1. November) verbot sie die Benutzung einer gewissen Wegmarke (PASOS) über dem Mittelmeer, via die Flugzeuge auf den Sinai steuern. Das sei aufgrund eines Wunsches der ägyptischen Behörden geschehen, so Eurocontrol.

Mehr zum Thema

ticker-russland

Russland erhöht Finanzierung für Leasing heimischer Flugzeuge deutlich

Tu-214 und drei Mann im Cockpit: S7 Airline könnte deswegen einen Deal platzen lassen.

Auftrag von S7 Airlines für 100 Tupolev Tu-214 wackelt

Antonov An-2 einer Feuerwehreinheit zur Waldbrandbekämpfung: Angetrieben von einem Neunzylinder-Sternmotor.

Wie Russland darum ringt, die Antonov An-2 noch lange in der Luft zu halten

Zwei Flugzeuge von Aeroflot: Russische Fluglinien lassen sanktionsbedingt viele Flugzeuzeuge am Boden.

Ein Fünftel der Flotte russischer Airlines bleibt im Sommer wegen Sanktionen am Boden

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg