Der Flieger von Odonata: Soll auch umweltschonende Tourismusflüge möglich machen.

OdonataIn Bayern entsteht ein innovativer Wasserstoffflieger

In Oberbayern entsteht ein neues Vtol. Dank wasserstoff-elektrischem Antrieb verspricht Hersteller Odonata für seinen neunplätzigen Flieger mehr Reichweite und Nutzlast.

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Rund 500 Firmen entwickeln derzeit ein eigenes Evtol. Diese Fluggeräte können senkrecht starten und landen, bewegen sich auf Reiseflughöhe aber horizontal fort. Sie sollen dereinst Güter und Passagiere in fixen Korridoren schnell zwischen Zielen hin- und hertransportieren - dank Elektroantrieb klimafreundlich.

Ausgelegt sind die auch Flugtaxis genannten Evtols auf sehr kurze Strecken - etwa Flughafenzubringer aus dem Stadtzentrum oder Transfers zwischen zwei Airports. Die meisten Routen würden wohl 30 Kilometer lang sein, schätzt man beispielsweise bei der Embraer-Tochter Eve. Doch in Weßling sieht man die Zukunft anders.

Vom München nonstop bis nach Bari

In der kleinen oberbayerischen Gemeinde sitzt die Firma Odonata, die ebenfalls ein Evtol entwickelt. Ihre zwölf Mitarbeitenden tüfteln aber an einem Fluggerät mit wasserstoff-elektrischem Antrieb. Auch dadurch soll es eine deutlich höhere Reichweite aufweisen als die klassischen Evtols, die auf rund 100 bis 300 Kilometer kommen werden. Bis zu 1000 Kilometer versprechen die Macher.

Der Flieger von Odonata von vorne. Bild: Odonata

«Damit decken wir die gesamte verpönte Kurzstrecke, zumindest in Europa, ab», sagt Mitgründer und Geschäftsführer Dennis Furchheim im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. So könnte man von München beispielsweise nonstop bis nach Bari fliegen, von Frankfurt nach Manchester oder von Wien nach Lyon. Dabei wird der Flieger, der noch keinen Namen hat, mit bis zu 280 Kilometern pro Stunde unterwegs sein - und damit deutlich schneller als die Evtols.

Dank großem Tor auch für Fracht geeignet

Doch bei Odonata sieht man weitere Vorteile gegenüber dem reinen Elektroantrieb. «Wir benötigen keine komplizierte Ladeinfrastruktur, die recht teuer und aufwändig zu etablieren ist und die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit erheblich einschränkt», sagt er. Denn Wasserstoff sei leicht transportierbar. Zudem dauere das Betanken viel weniger lang.

Auch bei der Nutzlast will Odonata - was die wissenschaftliche Bezeichnung für Libelle heißt -  die Evtols deutlich hinter sich lassen. Acht Passagiere plus Pilotin oder Pilot soll ihr Wasserstoffflieger transportieren können. Plus Gepäck. Oder bis zu 800 Kilogramm Fracht. Er bekommt dafür ein großes Frachttor. «Dadurch finden auch sechs Paletten ausreichend Platz», so Furchheim.

Nur vier drehbare Rotoren

Dank zwei wichtigen Details soll der noch namenlose Flieger von Odonata auch effizienter sein. Er bekommt zwei in die Tragfläche integrierte Rotoren, welche die vier drehbaren Rotoren an der Vorder- und der Hinterseite im Steigflug unterstützen.

Der Flieger von Odonata - gut sichtbar sind die flügelintegrierten Rotoren. Bild: Odonata

«Im geschlossenen Zustand ist durch einen speziell entwickelten und patentierten Verschließmechanismus die volle Auftriebskraft des Flügels gewährleistet und geöffnet unterstützen die dortigen Rotoren den vertikalen Auftrieb», so Furchheim. Zudem erhofft sich Odonata durch die insgesamt geringere Anzahl von beweglichen Rotoren gegenüber Evtols weniger Probleme bei der Zertifizierung. «Darum nur vier schwenkbare Rotoren als sechs oder acht», erklärt Furchheim.

2033 die erste Auslieferung

Auch beim Rumpf glaubt Odonata Vorteile zu haben. Seine Form wurde der Natur abgeschaut - vom Pinguin. «Damit verfügen wir automatisch über eine sehr große, komfortable Kabine, die ein angenehmes Raumgefühl», sagt Furchheim über den bauchigen Zuschnitt. Zudem erreiche man «beste aerodynamische Werte».

Noch haben die Fachleute in Weßling viel Arbeit zu leisten. «Die Zertifizierung ist sicher eine Herausforderung», sagt Furchheim. Zudem müsse man das Gewichtsziel und die versprochene Reichweite einhalten. Er ist aber zuversichtlich, das zu schaffen. 2033 soll das erste Evtol von Odonata an Kunden ausgeliefert werden.

Günstiger als Hubschrauber

Als Kundschaft sieht Furchheim Passagier- und Frachtairlines, aber auch Logistikfirmen. Auch private Kunden sind durchaus denkbar. Denn der Flieger von Odonata soll gemäß Mitgründer Furchheim günstiger sein als «ein vergleichbarer Hubschrauber oder Flugzeug wie beispielsweise ein Pilatus PC-12».

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