Eine Flugreise im Rollstuhl: Nicht immer einfach.

Rollstuhl und Co.Barrierefreiheit ist bei Fluglinien kaum ein Thema

Flugzeuge werden den Bedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht gerecht, kritisiert ein prominenter Designer. Im Interview appelliert Paul Priestman an die Branche.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Wie sieht das Reiseerlebnis im Flugzeug in Zukunft aus? Darüber diskutiert die Luftfahrtbranche gerne. Ein Punkt wird dabei oft übersehen, wie Paul Priestman kritisiert. Er hat mit seiner Designagentur Priestman Goode etwa Qatar Airways' Q Suite entworfen und prangert immer wieder mangelnde Barrierefreiheit in Flugzeugen an. aeroTELEGRAPH hat sich mit ihm über das Thema unterhalten.

Hinkt die Luftfahrt anderen Branchen hinterher bei der Barrierefreiheit?

Paul Priestman*: Wir arbeiten in der Luftfahrtbranche, designen aber auch Busse, Straßenbahnen und Züge. Immer müssen wir auch Bereiche entwerfen für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit anderen speziellen Bedürfnissen – nur in Flugzeugen gibt es so etwas nicht. Und die meisten Leute verstehen auch gar nicht, was da passiert. Denn sie verlassen erst das Flugzeug und dann werden Menschen, die Unterstützung brauchen, von Mitarbeitern in Behelfsrollstühle gehoben. Das ist schrecklich.

Und warum sollten Airlines gerade jetzt etwas ändern?

Der Bedarf wird steigen. Denn mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung brauchen mehr und mehr Leute Hilfe. Jeder wird irgendwann in seinem Leben mal im Rollstuhl sitzen. Und wenn ich in dieser Situation bin, will ich immer noch reisen. Die Fluggesellschaften müssen sich mit diesem Problem befassen.

Haben Sie eine Lösung?

Wir haben vor ein paar Jahren eine Lösung entwickelt, die auch Auszeichnungen gewonnen hat. Dabei wird ein Teil eines Sitzes mit Rollen abgekoppelt und zur Fluggastbrücke gerollt. Jemand nimmt darauf Platz und wird auf dem Rollsitz zurück ins Flugzeug gebracht, wo dieser wieder in den ganzen Sitz eingeklickt und dann gesichert wird.

Und gab es keine Interessenten?

Es gab viel Interesse. Aber ich glaube, Airlines, Flugzeugbauer und Sitzhersteller müssen da zusammenfinden und es braucht einen Katalysator. Zum Beispiel einen speziellen Award für Barrierefreiheit im Luftfahrtsektor. Ich denke allerdings, dass es am Ende eine Bürgerrechtsfrage wird und Regierungen entscheiden, dass eine Lösung her muss.

Und wenn eine Fluggesellschaft vorher den ersten Schritt macht?

Dann werden alle anderen folgen. Denn hier wird in der Zukunft das Geld liegen. Wir sind die letzte reiche Generation.

*Paul Priestman, geboren 1961, ist Desinger, Mitgründer der Designagentur Priestman Goode und deren Vorsitzender. Im Januar 2016 wurde er von der Zeitung The Sunday Times unter die 500 einflussreichsten Menschen in Großbritannien gewählt.

Mehr zum Thema

U Suite: Neues Konzept von Airbus.

Airbus plant gegenüberliegende Sitze - mit einem Rollstuhl dazwischen

Rollstühle an einem Flughafen: American Airlines muss Millionen zahlen.

American Airlines zu Rekordstrafe verdonnert

USA erwägen, rollstuhlgerechtes WC im Flugzeug zur Pflicht zu machen

USA erwägen, rollstuhlgerechtes WC im Flugzeug zur Pflicht zu machen

Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

Wenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin