Letzte Aktualisierung: um 19:03 Uhr

E195-Cargo-Variante

Azul überholt Embraer bei Frachterplänen

Embraer erwägt seit einiger Zeit, in den Markt der Umbaufrachter einzusteigen. Die Airline Azul wollte die Entscheidung nicht abwarten und entwickelte eine eigene Variante.

Azul

Azul: Die Airline schafft eine Weltneuheit.

Im vergangenen November erklärte Embraer, man prüfe den Umbau von gebrauchten E-Jets zu Cargofliegern. Man plane dafür mit Embraer E190 und E195 der E1-Generation und visiere rund 14 Tonnen Nutzlastkapazität an, so der brasilianische Flugzeugbauer.

Embraer werden «in den nächsten sechs Monaten» eine Entscheidung dazu treffen, ob und wie man das Umbaufrachterprogramm umsetze, sagte Arjan Meijer, Chef der Zivilflugzeugsparte. Von dann an wären rund 24 Monate bis zum Markteintritt nötig.

Brandmeldesystem mit Wärmebildkamera

Die brasilianische Airline Azul wollte offenbar nicht solange warten. Sie stellte am 9. Februar eine eigene E195-Frachter-Variante vor, die sie zusammen mit einem Partnerunternehmen entworfen hat. Der Flieger hat eine Nutzlastkapazität von 15 Tonnen.


Zwei Bilder aus dem Inneren – links ist die Kamera zu sehen: Bild: Azul Cargo.

Azul nennt ihren Frachter E195 Classe F. «Die Einstufung in die F-Klasse bedeutet, dass das Flugzeug für die Beförderung von Fracht in der Kabine in hitze- und feuerbeständigen Behältern mit einem innovativen Wärmebildkamera-Brandmeldesystem zugelassen ist», erklärt die Airline. Es sei weltweit das erste Frachtflugzeug mit diesem System.

Vier Flieger sollen bald im Einsatz sein

Der Prototyp mit dem Kennzeichen PR-AXW hat laut Azul 20 Tests absolviert sowie einen Zertifizierungsflug mit Inspektoren der brasilianischen Luftfahrtbehörde Anac. Tochter Azul Cargo will schon in den kommenden Wochen vier der neuen Frachter einsetzen.

Es scheint sich nicht um echte Umbaufrachter in dem Sinne zu handeln, dass etwa an der Struktur der Flieger angepasst worden wäre. So ist auf Fotos des Prototyps beispielsweise kein extra eingebautes Frachttor oder Ähnliches zu sehen. Das würde bedeuten, dass die Fracht durch die Passagiertüren an Bord gebracht und dort verstaut werden müsste.