Wiz-Air-Jet und der Airport Gatwick:

Ausbau in London, keine AbbestellungenWizz Air lässt die Muskeln spielen

Manche Airline wittert in der Corona-Krise auch Chancen. Wizz Air hofft darauf, in London-Gatwick von der Schwäche anderer Airlines zu profitieren. Und sie bestellt keine Flieger ab.

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Die Corona-Krise machte Wizz Air Mitte April vorübergehend zur größten Fluggesellschaft Europas. Mit wöchentlich 900.000 Sitzen ließen die Ungarn Konkurrent Ryanair hinter sich. Nun wollen sie die aktuelle Situation und ihre soliden Finanzen nutzen, um sich langfristig besser in London aufzustellen.

Der osteuropäische Billigflieger hat seine britische Basis bisher in London-Luton. Dort stehen zehn Flugzeuge. Jetzt will sich Wizz Air auch in London-Gatwick um Start- und Landerechte bemühen, wo sie bisher nur mit wenigen Flügen vertreten ist. «Wir schauen schon lange auf Gatwick und haben definitiv den Willen, dort eine Basis aufzubauen», sagt Vorstandsvorsitzender Jozsef Varadi gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Wizz Air will Slots langfristig

Varadi erklärte weiter, Gatwick haben die bessere Infrastruktur und könnte daher als zweite Basis mindestens genauso groß werden wie Luton. Allerdings wolle man die Rechte für Starts- und Landungen nur langfristig kaufen. «Wir werden keine Slots mieten», so der Airline-Chef.

Wizz Air hofft, vom Rückzug anderer Airlines zu profitieren. British Airways hat ein Fragezeichen hinter ihre Basis Gatwick gemacht. Virgin Atlantic schließt ihre Station und verlegt das Angebot nach Heathrow, um die Corona-Krise zu überstehen. Die ebenfalls in Gatwick vertretene Norwegian kämpft ums Überleben. Zunächst will Wizz Air im Juni aber wieder fünf Routen ab Luton nach Portugal und Griechenland aufnehmen.

Keine Abbestellungen geplant

Virgin Atlantic stellte allerdings bereits klar, dass sie ihre Slots in Gatwick nicht verkaufen will, sondern nur vermieten, um später zum Flughafen zurückzukehren. Wizz Air hatte bereits 2019 versucht, in Gatwick Fuß zu fassen, als die Slots der insolventen Thomas Cook frei wurden. Diese gingen dann aber an Easyjet. 2017 war British-Airways-Mutter IAG Wizz Air zuvorgekommen, als Monarch Airlines vom Markt verschwand.

Nicht nur beim Ausbau in London lässt Wizz Air die Muskeln spielen. Varadi erklärte auch, während andere Airlines auf die Bremse treten, wolle Wizz Air alle bei Airbus bestellten Flugzeuge wie geplant abnehmen. Dazu gehören 22 Flieger in den kommenden 14 Monaten. Von den europäischen Fluggesellschaften hat Wizz Air mit Abstand das am längsten reichende Liquiditätspolster.

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