Vorfall in FrankfurtAufruhr um Lufthansa-Flugverbot für ultraorthodoxe Juden

Die deutsche Airline verweigerte ultraorthodoxen Juden kollektiv einen Weiterflug ab Frankfurt, weil sich einige weigerten, Masken zu tragen. Das sorgt nun für Ärger.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Tausende von Juden pilgerten vergangene Woche zum Grab von Yeshayah Steiner im ungarischen Kerestir. Der Rabbi wird vor allem von Chassidisten verehrt, Anhänger einer religiös-mystischen Strömung im ultraorthodoxen Judentum. Denn er galt als überaus gastfreundlich (eine wichtige Tugend in der Religion) und vollbrachte angeblich auch diverse Wunder.

Einige der Pilger reisten mit Lufthansa an - auch aus New York. Doch beim Flug von der amerikanischen Metropole zum Drehkreuz der Fluggesellschaft gab es Ärger. Einige der Chassidisten sollen sich wiederholt geweigert haben, medizinische Schutzmasken zu tragen.

Kollektiv den Weiterflug verweigert

Eskaliert ist die Situation aber danach am Flughafen Frankfurt, wie zuerst die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete. Von dort wollten jüdische Pilger - je nach Angabe 127 bis 170 – am 4. Mai weiter nach Budapest reisen. Doch die Angestellten von Lufthansa weigerten sich, sie an Bord zu lassen, weil es auf dem vorherigen Flug Ärger gegeben hatte.

Das bringt Lufthansa nun den Vorwurf des Antisemitismus ein, weil sie den Orthodoxen den Weiterflug kollektiv verweigerte, statt nur dem Teil der Gruppe, der sich gegen den Mund-Nasen-Schutz geweigert hatte. Ein Video des Vorfalles zeigt, wie eine Lufthansa-Angestellte den orthodoxen Reisenden die Weiterreise verwehrt.

Ruf nach Entschuldigung

Sie müssten für die Handlungen einiger weniger büßen, entschuldigte sie sich. Es seien «jüdische Leute, die das Chaos verursacht haben, die die Probleme verursacht haben». Die Religion spiele dabei keine Rolle, erklärte sie weiter. Es hätte auch eine andere Gruppe treffen können, sofern sich diese auch nicht an die Regeln gehalten hätte.

Die Bundespolizei wurde mit Dutzenden Beamten hinzugezogen. Lufthansa bestätigte bald in einer Stellungnahme, «dass eine größere Gruppe von Passagieren» nicht habe auf Flug LH1334 von Frankfurt nach Budapest befördert werden können. Der Grund sei, dass «sich die Reisenden weigerten, die gesetzlich vorgeschriebene Maske an Bord zu tragen».

Lufthansa spricht sich gegen Diskriminierung aus

Doch das reichte vielen nicht. In Israel wurde schnell eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Die hat Lufthansa nun auch geleistet. Man bedauere die Umstände bezüglich der Entscheidung, die Betroffenen vom Flug auszuschließen und für die Verletzung persönlicher Gefühle, so die Fluggesellschaft in einer Mitteilung. «Lufthansa entschuldigt sich ausdrücklich bei den Gästen.»

Man stehe hinter dem Ziel, Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt zu verbinden. «Es gibt keine Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus oder Diskriminierung jeglicher Art», so Lufthansa. Man werde mit den Betroffenen in Kontakt treten, um sich zu entschuldigen und zu diskutieren, wie man die Abläufe in solchen Situationen verbessern könne.

Mehr zum Thema

Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.

Heck einer Boeing 747-8 von Lufthansa kommt Piste in Los Angeles gefährlich nahe

ticker-lufthansa

D-AIFF: Lufthansa hat weiteren Airbus A340-300 nach Teruel gebracht

Airbus A220-300 von Lufthansa City Airlines: Die ersten Flüge starten im Januar.

So unterscheiden sich die Airbus A220 der Lufthansa-Group-Airlines

Der erste Start des ersten Airbus A350-1000 von Lufthansa: Der Flug dauerte rund dreieinhalb Stunden.

Lufthansas erster Airbus A350-1000 ist flügge

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Mapflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin