Flieger von Emirates in Dubai: Überlegener Standort.

Emirates «nicht zu stoppen»

Vertriebschef Thierry Antinori glaubt, dass europäische Airlines keine Chance haben. Die Politik venachlässige sie zu sehr.

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Allianzen? Thierry Antinori hat dafür nicht viel mehr übrig als Hohn und Spott. «Sie sagen: ‹Wir bieten Ihnen nahtloses Reisen›», sagt der ehemalige Lufthansa-Topmanager, der heute im Vorstand von Emirates sitzt, «stattdessen offerieren sie nahtlosen Ärger». Für Kunden seien die Vorteile der Luftfahrtbündnisse nur schwer zu verstehen. Darum verschwende Emirates keine Zeit bei Verhandlungen mit einem Verbund, so der 50-Jährige Airlineprofi in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Auch von Übernahmen oder Beteiligungen an anderen Fluggesellschaften, wie das etwa Etihad mit Air Berlin vormache, hält Antinori nicht viel. «Wir ziehen es vor, uns auf unser Produkt zu verlassen und kaufen lieber Flugzeuge statt Fluglinien.»

Antinori ist bekannt für markige Worte. Und so nimmt er auch in diesem Gespräch mit Reuters kein Blatt vor den Mund. Er glaubt, dass Emirates und andere Airlines aus der Golfregion in den nächsten Jahren die Chance hätten, den Abstand zur Konkurrenz zu vergrößern. «Dank unserer geographischen Lage und der Qualität unserer Produkte und unseres Netzes ist jetzt eindeutig eine Gelegenheit, die Position in der Branche zu stärken» so Antinori. In Dubai seien Fluglinien vor zwanzig Jahren zur strategische relevanten Branche erklärt worden. Auf dem Alten Kontinent hätten sie eine tiefe Priorität bei den Politikern und deshalb stiegen die Steuern, Investitionen würden blockiert. Die Folge sei, dass europäische Airlines alte Flieger hätten und beim Service sparten, so der Franzose zu Reuters. «Die Airlines aus dem Nahen Osten sind nicht zu stoppen, denn sie sitzen im Zentrum der Welt.» Sie hätten darüber hinaus die neusten Flotten und sparten nie beim Produkt.

Deutlicher Abstand zur Nummer zwei

Ganz unrecht hat der Emirates-Manager wohl nicht. Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting schätzte im Herbst 2011 in einer Studie, dass die Airline aus Dubai gemessen an ihrer Kapazität mit Großraumflugzeugen schon 2015 die größte der Welt sein wird. Und das sogar mit großem Abstand. Die Nummer zwei Air France/KLM wird laut der Studie ein Drittel kleiner sein.

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