Letzte Aktualisierung: um 21:11 Uhr

Mega-Order

Amerikanische Fluggesellschaft will riesige Elektro-Flotte aufbauen

Die Fluggesellschaft JSX aus Texas betreibt mit einem speziellen Geschäftsmodell bisher eine Embraer-Flotte. Doch jetzt bestellt sie bis zu 332 hybrid-elektrische Flugzeuge.

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Alex Wilcox war Gründungsmitglied der Fluggesellschaften Jetblue und Kingfisher Airlines, zuvor hatte er bei Virgin Atlantic gearbeitet. Seinen ehemaligen Chef Richard Branson und seinen ehemaligen Partner David Neeleman beschrieb er einst als «Krieger, die mich dazu inspirierten, anders zu denken». Vor 16 Jahren begann der Brite dann, sich im US-Bundesstaat Texas dem Aufbau von Jet Suite X zu widmen, die seit 2019 als JSX auftritt.

Heute ist Wilcox Chef von JSX. Sie ist keine klassische Fluggesellschaft. Das Geschäftsmodell liegt irgendwo zwischen einem Privatjet-Betreiber, einer Charterfluggesellschaft und einem Linienfluganbieter.

Hop-on-Jet-Service

Wilcox nennt es einen «Hop-on-Jet-Service». JSX konzentriert sich auf Superkurzstreckenflüge zwischen kleinen Flughäfen in wohlhabenden Gebieten, um große Drehkreuze zu umgehen. Die Route Las Vegas – Burbank wird beispielsweise 14 Mal pro Tag geflogen. Der durchschnittliche Flugpreis liegt bei 230 Dollar.

Wo JSX Potenzial sieht für Routen der neuen Flugzeuge. Bild: JSX

Die Flotte besteht aus rund 40 Embraer ERJ 135 und ERJ 145, die statt 50 Sitzen nur mit 30 Plätzen bestuhlt sind, um den Reisenden ein exklusiveres Erlebnis zu bieten. Wenn es nach Wilcox geht, aber nicht mehr lang. JSX hat am Montag (19. Dezember) eine Mega-Order über insgesamt bis zu 332 Hybrid-Elektroflugzeuge abgegeben.

Vom 9- bis zum 30-Sitzer

Die Fluggesellschaft hat den Großauftrag auf drei verschiedene Start-ups aufgeteilt, die jeweils an einem hybrid-elektrischen Flugzeug in einer anderen Größenklasse arbeiten. Den größten Auftrag sicherte sich der in Toulouse ansässige Flugzeugbauer Aura Aero. Bei ihm hat JSX 50 Elektro-Regionalflugzeuge namens Era fest bestellt und sich Optionen für 100 weitere gesichert.

Der 19-Sitzer soll hybrid-elektrisch bis zu 1600 Kilometer weit fliegen. Rein elektrisch schafft es das Flugzeug mit Druckkabine rund 160 Kilometer. Angetrieben wird der Flieger von acht Motoren. Der Erstflug ist für 2026, die Auslieferung für 2028 geplant.

Auch Estol-Flugzeug dabei

Heart Aerospace kann sich über einen Auftrag von 50 Festbestellungen und 50 Optionen ihres 30-Sitzer ES-30 freuen. Das Flugzeug hat drei Sitze pro Reihe, eine Bordküche und eine Toilette. Der Flieger wird eine elektrische Reichweite von 200 Kilometern haben. Hybrid-elektrisch schafft er eine erweiterte Reichweite von 400 Kilometern. Die ES-30 wird laut dem schwedischen Hersteller voraussichtlich im Jahr 2028 in Dienst gestellt.

Mit Electra kann sich auch ein US-Unternehmen über eine Order freuen. JSX hat 32 EL-2 Goldfinch fest bestellt und sich Kaufoptionen für weitere 50 Maschinen gesichert. Klassifiziert wird das Modell als hybrid-elektrisches Kurzstart- und Landeflugzeug (Estol) für neun Personen. Stol ist die Abkürzung von Short Take-Off and Landing. Die Markteinführung ist für 2028 geplant.

Erstes Flugzeug soll 2028 kommen

JSX würde damit zur größten hybrid-elektrischen Airline in den USA. Wilcox rechnet mit der Auslieferung des ersten Flugzeugs im Jahr 2028.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie die bestellten Flugzeuge. Ein Klick aufs Bild öffnet die Galerie im Großformat.