Letzte Aktualisierung: um 14:04 Uhr

Kaum noch Langstrecken

American degradiert Los Angeles zum Inlands-Drehkreuz

Nur ein paar sehr wenige Langstrecken ab Los Angeles sind bei American Airlines profitabel. Daher wandern die meisten jetzt ab. Besonders aufgewertet wird Seattle.

aeroTELEGRAPH

Betankung eines Dreamliners von American Airlines: Künftig seltener in los Angeles zu sehen.

Seattle ist weniger schillernd als die anderen Westküstenmetropolen San Francisco und Los Angeles. Und das, obwohl die Stadt im Bundesstaat Washington das Zuhause bekannter Konzerne wie Amazon, Boeing oder Starbucks ist und zahlreiche Filme und Serien dort spielen. Doch immerhin American Airlines schenkt der Stadt nun deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Wie das Portal View From The Wing unter Berufung auf eine Fragestunde des Managements mit Angestellten berichtet, plant die American Airlines, einen Großteil ihrer Asien-Strecken aus Los Angeles abzuziehen. Dafür macht die Fluggesellschaft Seattle zum Drehkreuz nach Fernost. Brian Znotins, zuständig für die Netzwerkplanung, erklärte, dass bereits vor der Pandemie nur wenige Asien-Verbindungen ab Los Angeles profitabel gewesen seien.

Nur noch wenige profitable Routen bleiben

«Normalerweise erzielen wir Gewinne, indem wir die einzige Nonstop-Verbindung oder eine von wenigen sind», so Znotins. Aber im Fall von Los Angeles  gebe es Dutzende von Konkurrenten. Alle asiatischen Airlines hätten das Bedürfnis, die Stadt anzufliegen. Und das sei auf Dauer keine gute Situation.

Man habe daher beschlossen, die Langstreckenflüge in Los Angeles drastisch zu reduzieren. «Shanghai zieht nach Seattle um. Peking wird eher ab Dallas stattfinden, Hongkong werden wir ebenfalls dort konzentrieren.» Einige profitable Routen wie London-Heathrow, Sydney oder Tokio werde Los Angeles aber behalten.

Noch viel vor in Seattle

Auch Strecken in den südlichen Teil des Großkontinents seien ab Los Angeles nicht mehr sehr sinnvoll. «Es ist einfach der falsche Teil des Landes, um Südamerika zu bedienen», so der Manager. Für Umsteigeverbindungen seien Dallas und Miami besser.

Mit Seattle hat American aber offenbar einiges vor. Künftig werde die Stadt «unser wichtigstes Tor nach Asien sein», so Znotins. Gemeinsam mit Alaska Airlines als Zubringerin, die in Seattle ihr Heimatdrehkreuz hat und ebenfalls Mitglied der Oneworld-Allianz ist, sei es gut möglich, viele Routen nach Asien profitabel zu bedienen. Los Angeles sieht er künftig eher als Inlands-Drehkreuz.



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