Flieger von American Airlines: Bald öfter nach Lateinamerika.

American: Ausbau trotz Insolvenz

Um der Insolvenz zu entfliehen, spart die Fluglinie nicht nur. Sie baut auch ihr Netz aus - vor allem in Brasilien.

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Um drei Milliarden Dollar will American Airlines sein Ergebnis bis 2017 verbessern. Zwei Milliarden sollen über tiefere Kosten herein gespielt werden. Einsparungen bei Löhnen und Renten, Stilllegung älterer und ineffizienter Flugzeuge, Einsatz größerer Jets auf den Regionalrouten oder dann nur noch ganz kleiner, Aushandlung besserer Zulieferverträge, Neustrukturierung der Finanzierung - das sind die Kernmaßnahmen, welche der Konzern treffen will, um wieder nachhaltig profitabel zu arbeiten. Am 29. November hatte Americans Muttergesellschaft AMR Insolvenz nach Chapter 11 eingereicht. Nun hat er reichlich Zeit, um sich zu sanieren ohne in dieser Phase von den Gläubigern behelligt zu werden.

Doch nicht nur mit tieferen Kosten will sich American Airlines aus der Insolvenz befreien. Die Fluggesellschaft plant auch mehr einzunehmen. Dazu will sie den Service verbessern, Inlandstrecken streichen oder effizienter bedienen - auch mit Codeshare-Angeboten. Doch der große Sprung nach vorn soll vor allem aus Übersee kommen. Die amerikanische Fluggesellschaft will den Anteil ihrer Überseeflüge von den heutigen 38 auf 44 Prozent ausbauen. «Das entspricht einem bedeutenden Auslandwachstum, das wir mit unseren bestellten bis zu hundert Boeing B787 und 16 B777 bewältigen werden», schrieb Konzernchef Thomas W. Horton kürzlich in einer E-Mail an die Angestellten.

Neue Strecken, höhere Frequenzen

Um den Zielwert zu erreichen plant American neue Märkte zu erschließen. Die Fluglinie strebt aber auch einen Ausbau in lateinamerikanischen Staaten an, die sie bereits anfliegt. Insbesondere in Brasilien hat sie Großes vor. Sie ersuchte dazu dieser Tage das Transportministerium um eine Einwilligung für 17 zusätzliche Flüge pro Woche in das größte Land Südamerikas. American will die Frequenzen zwischen New York JFK und São Paulo sowie Miami und Rio de Janeiro auf je zwei pro Tag erhöhen. Zudem will sie den täglichen Flug von Miami nach Recife und Salvador in zwei Flüge aufteilen. Fünf Mal will American ab Miami nach Recife und fünf Mal nach Salvador direkt fliegen. Die Änderungen sollen ab 1. Oktober schrittweise in Kraft treten, wie American in einer Medienmitteilung schreibt.

Bereits im Juni erhöht American die Frequenzen von Dallas nach São Paulo von sieben auf zwölf pro Woche. Zudem fliegt sie fünf statt drei mal von Miami nach Brasilia und gar täglich von Miami nach Belo Horizonte. Und neu fliegt die Airline ab Miami nach Manaus im Amazonas-Gebiet. «Brasilien ist ein sehr wichtiger und wachsender Markt», erklärt Verkaufs und Netzchef Virasb Vahidi die Strategie.

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