Flieger von Windjet: Die Flotte bleibt am Boden.

Alitalia: Erneut Abfuhr an Wind Jet

Italiens Regierung versuchte, Alitalia nach dem Grounding doch noch zur Übernahme des Billigfliegers zu bewegen - vergeblich.

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Alitalia-Chef Andrea Ragnetti nahm Wind Jet den allerletzten Funken Hoffnung. Man werde keine weiteren Verhandlungen mit dem sizilianischen Billigflieger führen, sagte er am Dienstag (14. August). Die Landesregierung hatte für gestern zu einer Aussprache zwischen den beiden Fluggesellschaften in Rom geladen. Es war ein hoffnungsloses Unterfangen. «Ganz ehrlich - es macht einfach keinen Sinn, die Gespräche mit Wind Jet wieder aufzunehmen», sagte Ragnetti italienischen Reportern schon vor Beginn des Treffens im Industrieministerium. Einen Tag zuvor hatte er in einem Schreiben an die Mitarbeiter erklärt, dass das finanzielle Risiko einer Übernahme des Billigfliegers «nicht tragbar sei», wie das Nachrichtenportal Il Post berichtet.

Wind Jet hatte am Samstagabend den gesamten Flugbetrieb eingestellt. Zuvor hatte die Luftfahrtaufsichtsbehörde der Airline mit dem Entzug der Lizenz gedroht. Noch im April sah es ganz anders aus. Damals wollte Alitalia Wind Jet zu 100 Prozent übernehmen. Doch die Parteien wurden sich im Laufe der Verhandlungen in puncto Preis nicht einig. Die Gespräche scheiterten im letzten Moment.

Vorwürfe an Windjet

Dass die Verhandlungen gescheitert seien, liege in erster Linie an Wind Jet. Nach Monaten harter Arbeit sei man mehr als Willens gewesen, den Kauf endlich unter Dach und Fach zu bringen. Doch die sizilianische Fluglinie habe die Abmachungen nicht erfüllt und es immer wieder versäumt, die Finanzen offenzulegen und technische Details etwa zu Fliegern und Wartung zu liefern. Das Management habe unprofessionell gehandelt, das Ergebnis sei ernüchternd und enttäuschend, so Alitalia-Lenker Ragnetti laut der Zeitung Il Messagero.

Verärgert ist der Alitalia-Chef außerdem über die Kosten, die seiner Airline durch das Wind-Jet-Grounding entstehen. Die Airline erklärte sich gemeinsam mit anderen Anbietern bereit, die gestrandeten Wind-Jet-Passagiere zu transportieren - für einen geringen Aufpreis. «Dennoch verlieren wir durch den zusätzlichen Flugbetrieb pro Tag 80'000 Euro.» Man habe bereits 6700 der rund 30'000 sitzen gebliebenen Reisenden transportiert, allein in der letzten Nacht habe Alitalia mit zwanzig Extraflügen 900 Passagiere an ihr Ziel gebracht.

800 Jobs in Gefahr

Bei Wind Jet gibt man sich dennoch noch ein klein wenig optimistisch. Auch wenn man die Absage von Alitalia klar verstanden habe, wie Chef Stefano Rantuccio erklärte: «Wir werden andere Wege suchen». Dass er eine Lösung findet, ist für die Menschen zu hoffen, deren Existenz von Wind Jet abhängt. Laut italienischen Gewerkschaften sind etwa 800 Jobs bei der Airline selbst und bei Zulieferern gefährdet.

Die 2003 gegründete Wind Jet betrieb eine Flotte aus fünf Airbus A319 und sieben A320. Damit flog sie ab italienischen Städten 33 verschiedene Ziele in zehn Ländern an. Am größten war ihr Angebot ab Catania, Palermo und ab Rimini. Wind Jet beförderte im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Passagiere.

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