Maschine von Air Algérie: Angeschlagene Airline.

Alarm bei Air Algérie

Tiefe Auslastung, schlechter Service, steigende Kosten: Der Unternehmenschef malt selbst ein rabenschwarzes Bild der Fluggesellschaft.

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Salah Boultif nahm kein Blatt vor den Mund. Es gebe eine ganze Reihe «beunruhigender Zeichen», erklärte der Chef von Air Algérie am Samstag (22. Oktober) bei einer Versammlung von Führungskräften des Unternehmens. Und er meint damit keineswegs die kurzfristigen Probleme aufgrund des arabischen Frühlings. In den vergangenen fünf Jahren sei der Umsatz der Staatsairline um ein Viertel gestiegen. Die Kosten aber hätten gleichzeitig 31 Prozent zugenommen. Und in der Folge habe sich das Resultat um mehr als 70 Prozent verschlechtert. Dass man noch Gewinne schreibe liege alleine an den Nebengeschäften. Das Flugbusiness schreibe rot. Defizite seien vielleicht auf den Strecken tolerierbar, die man aus staatspolitischen Gründen bediene. Aber sie beträfen eben gerade die rein kommerziellen Routen, sagte Boultif gemäß dem algerischen Nachrichtenportal TSA.

Der Firmenchef macht gleich mehrere Gründe für die alarmierende Situation aus. So sei die Infrastruktur zu Lande in den letzten Jahren stark verbessert worden. Dadurch werde im Inland weniger geflogen. Die Folge sei eine «relativ tiefe Auslastung» von weniger als 80 Prozent, so Boultif gemäß TSA weiter. Zudem sei mit der privaten Tassili Airlines ein neuer Konkurrent in den Markt eingetreten, der Air Algérie Kunden streitig macht. Und das scheint nicht schwer zu sein. Pünktlichkeit und Service an Bord und am Boden hätten in letzter Zeit abgenommen, konstatiert er selbst. So sei das bislang rentable Chartergeschäft inzwischen defizitär. Die Folge sei ein «alarmierender Anstieg» der Schulden gegenüber Lieferanten, so der Lenker von Air Algérie weiter.

Rekrutierung verbessern

Boultif will deshalb nun einen mehrjährigen Maßnahmenplan umsetzen. Zuerst soll dazu das Reporting verbessert werden um zu wissen, welcher Bereich wirklich wie viel Geld macht. Dann soll der Plan konkretisiert werden. Die Strategie wird entsprechend angepasst. Bei der Flottenerneuerung und bei der Rekrutierung von neuem Personal sei Air Algérie bislang viel zu wenig kohärent vorgegangen.

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