Der Flughafen Mattala Rajapaksa liegt mitten im Dschungel im Süden Sri Lankas, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt Colombo entfernt. Der moderne Airport verfügt über ein 12.000 Quadratmeter großes Terminalgebäude, eine Lounge für Business-Class-Passagiere, zwölf Check-in-Schalter, zwei Fluggastbrücken und eine 3500 Meter lange Start- und Landebahn. Die Baukosten betrugen 209 Millionen US-Dollar. Eröffnet wurde der Flughafen im Jahr 2013 mit der Landung eines Airbus A340 von Sri Lankan Airlines.
Doch der Mattala Rajapaksa Airport ist das Gegenteil einer Erfolgsgeschichte: Kaum eine Airline fliegt ihn an. In den ersten fünf Jahren zählte der Flughafen gerade einmal knapp 86.000 Reisende. Geplant war er für eine Million pro Jahr.
Mattala Rajapaksa Airport als Alternative für Golf-Airlines?
Schnell wurde er zum Gespött: Es ranken sich skurrile Geschichten um den Flughafen, etwa dass ein Teil des Terminals zum Reislager umfunktioniert wurde. 300 Soldaten und Polizisten mussten sogar mobilisiert werden, um Wildtiere fernzuhalten. Das Magazin Forbes nannte ihn schon den «leerste internationalen Flughafen der Welt».
Doch ausgerechnet die Krise am Persischen Golf könnte den Flughafen aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Denn die Regierung Sri Lankas unter Premierministerin Harini Amarasuriya soll Gespräche mit den großen Golf-Airlines Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways aufgenommen haben, um Mattala Rajapaksa als alternatives Drehkreuz anzubieten.
Gespräche über Flughafennutzung auf diplomatischer Ebene
Laut einem Bericht des srilankischen Portals Daily News soll der Vorschlag auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Demnach haben die Golf-Airlines bereits einen Antrag auf Nutzung des Mattala Rajapaksa International Airport bei der Regierung eingereicht.
Daminda Rambukwella, Generaldirektor der srilankischen Zivilluftfahrtbehörde, bestätigte gegenüber dem Portal die laufenden Gespräche und erklärte, es seien bereits konkrete Anfragen für die Abwicklung von Flügen über Mattala eingegangen. Derzeit werden Gespräche auf diplomatischer und Regierungsebene geführt.
Sri Lanka liegt auf der wichtigen Ost-West-Flugroute
Über den möglichen Umfang der Flüge ist bisher nichts bekannt. Die Golf-Airlines könnten den Flughafen als alternatives Drehkreuz für Flüge nutzen, solange die Krise Anhalt. Sri Lankas strategische Lage bietet dafür einen entscheidenden Vorteil: Das Land liegt abseits von Konfliktgebieten, direkt an den wichtigen Ost-West-Flugrouten.
Doch der Weg zum Drehkreuz ist steinig: Bodenabfertigung, Treibstoffversorgung und Infrastruktur, von Crew-Unterkünften bis zum Cateringanbieter, müssten schnell und umfassend ausgebaut werden, um den Betrieb zu ermöglichen.
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