Ein Dreamliner von United: Die Airline will bis 2030 die gesamte Boeing 767-Flotte durch Dreamliner ersetzen.

CO2-NeutralitätUnited-Chef: Co2-Kompensation ist «Betrug»

Scott Kirby rechnet mit Klimaschutzprojekten für den Co2-Ausgleich ab. Das meiste sei Betrug. Besser wären Investitionen in nachhaltige Kraftstoffe und neue Technologien

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Er fällt immer wieder auf: Scott Kirby, Chef von United Airlines. Zuletzt, Ende Juni, als in den USA tausende Flüge wegen Unwetter und Personalmangel ausgefallen sind. Während hunderte Reisende von United Airlines in Terminals ausharren mussten, nahm Kirby einfach einen Privatjet. Später entschuldigte er sich dafür.

Vor einigen Jahren gab er den Passagieren seiner Airline die Empfehlung, sich an den geringen Sitzabstand in der Economy-Class zu gewöhnen. Schließlich hätten die Reisenden mit ihren Portemonnaies dafür gestimmt. Wer wenig zahlt, bekommt auch wenig. Ähnliches hört man in Europa von Ryanair-Boss Michael O'Leary.

Betrug bei CO₂-Kompensation

Nun hat der Chef von United Airlines branchenweite Greenwashing-Praktiken im Zusammenhang mit CO₂-Ausgleichssystemen kritisiert. Laut Kirby seien die meisten dieser Programme «Betrug». Er fügte hinzu, dass es sich bei den meisten Öko-Initiativen von Fluggesellschaften «um Wälder handelt, die nie abgeholzt werden würden, oder um Bäume, die sowieso gepflanzt werden würden».

Das sagte Kirby auf einer Veranstaltung des Magazin Politico zur Neuausrichtung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Statt auf Ausgleich durch Klimaschutzprojekte will Kirby lieber grundsätzlich weniger CO₂ ausstoßen, auch dank der Verwendung von nachhaltigen Kraftstoffen (SAF).

Neue Technologien SAF

Zudem glaubt Kirby an die Direct-Air-Capture-Technologie. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Gewinnung von Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Die Luft strömt durch einen Abscheideapparat und dieser entzieht das CO2. Dieses kann dann für verschiedene Zwecke verwendet werden.

Ähnlich sieht das auch Tui-Chef Sebastian Ebel. Im Dezember sagte Ebel im Interview mit aeroTELEGRAPH: «Es geht darum, zu vermeiden, nicht zu kompensieren. Denn nur weil wir Zertifikate kaufen, ändert sich ja nicht unser Fußabdruck».

Goldstandard für Projekte

Auch wenn es natürlich viele Kompensationsmodelle gibt, bei denen die Kritik von Kirby zutrifft - es gibt durchaus Kompensationsprojekte, die sinnvoll sind. Der WWF und weitere NGOs haben dafür bereits 2003 einen Goldstandard entwickelt, mit dem bereits mehrere Tausend Projekte ausgestattet sind. Airlines versuchen zudem konkret zunehmend, den Reisenden auch die Möglichkeit zu geben, mit dem Geld nicht nur Projekte zu unterstützen, sondern auch für nachhaltigen Treibstoff zu zahlen.

Mehr zum Thema

Ein Dreamliner von Lufthansa: Der Konzern hat ambitionierte Klima-Ziele.

Lufthansa, Swiss, Austrian und Co. führen Ökotarife ein

Kenny Jacobs: «Wenn Sie eine Max auf dem Rollfeld neben eine Boeing 737-800 stellen, werden die meisten Kunden den Unterschied nicht erkennen.»

«Wir nennen sie nur 737»

Iata will netto null Emissionen im Luftverkehr bis 2050

Iata will netto null Emissionen im Luftverkehr bis 2050

Boeing 737 Max 9 von United Airlines: Am 25. Oktober kam es bei einem Flugzeug zu Problemen mit dem Fahrwerk.

Erst klemmt das Fahrwerk, dann geht der Treibstoff der Boeing 737 Max von United Airlines aus

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack