Boeing 737-600 von Tunisair: Die Airline verkleinert die Flotte.

Chef abgesetztTunisiar will alte Flugzeuge loswerden

Die tunesische Nationalairline war schon vor Corona defizitär. Die Regierung startet deshalb ein weiteres Sparprogramm für Tunisair.

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400 Millionen Dinar oder umgerechnet 125 Millionen Euro an Verlusten hat Tunisair als Folge der Corona-Krise bisher angehäuft. Nicht inbegriffen im Betrag sind die indirekten Kosten, etwa die Wartung der geparkten Flugzeuge. Dies verriet Mitte Juli Verkehrsminister Anouar Maârouf.

Der Nationalairline des nordafrikanischen Landes steckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Seit dem Arabischen Frühling im Jahr 2011 schreibt sie Verluste. Hohe Schulden, zu viele Mitarbeiter und eine miserable Pünktlichkeit sind unter anderem schuld daran. Vergangenen Dezember leitete das Management von Tunisair deshalb eine Restrukturierung ein, die auch den Abbau von rund 1200 Stellen vorsah.

Chef wurde mitten in Krise abgesetzt

Inzwischen will die Regierung eine weitere Restrukturierung durchziehen. Sie wird das aber ohne den bisherigen Geschäftsführer Elyès Mnakbi tun, der das Amt 2017 übernommen hatte. Tunisair setzte ihn Anfang Juli ab. Nun sucht die Airline einen neuen Chef.

Viel ist über die Pläne der Regierung nicht bekannt. Sie will aber die Kosten unter anderem durch eine Reduktion der Angestellten im Ausland, der Schließung von Betriebsstätten oder die Neuverhandlung von Verträgen mit Lieferanten senken. Auch könnten Töchter verkauft werden, schreibt die Zeitung La Presse. mit Bezug auf Verkehrsminister Maârouf.

Alte Flugzeuge stilllegen

Auch eine Verkleinerung der Flotte sieht die Regierung vor. Tunisair soll acht bis zwölf Flugzeuge ausflotten, die älter als 20 Jahre sind. Nur eines will sie nicht: Tunisair verkaufen, wie das der abgesetzte Chef offenbar in Betracht gezogen hatte.

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