Flugzeug von Volotea: Bald gibt es Zuschläge auch im Nachhinein.

Preis kann auch sinkenVolotea erhebt Treibstoffzuschlag - auch für bereits verkaufte Tickets

Steigende Treibstoffkosten treffen nun auch bereits gebuchte Flüge: Volotea führt ein Modell ein, bei dem Ticketpreise kurz vor Abflug nachträglich steigen – oder sinken.

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Steigende Treibstoffpreise setzen die Luftfahrtbranche unter Druck. Fluggesellschaften reagieren darauf mit Streckenstreichungen oder auch höheren Ticketpreisen. Wer vor dem Krieg buchte, kam im Zweifel günstiger weg als Spontanbucher. Denn viele Airlines erhähen den Kerosinzuschlag teilweise stark.

Volotea hingegen geht nun einen ungewohnten Schritt: Die spanische Billigairline behält sich vor, Ticketpreise auch nach der Buchung noch anzupassen. Hintergrund ist ein «globales Umfeld voller Unsicherheit und Energiepreis-Volatilität», wie sie erklärt. Mit dem neuen Konzept Fair Travel Promise verzichtet sie laut eigenen Angaben auf «willkürliche, fixe Treibstoffzuschläge» und setzt stattdessen auf ein Modell, das «Flexibilität, Fairness, Wahlfreiheit und Transparenz» verbinden soll, so eine Sprecherin von Volotea zu aeroTELEGRAPH.

Preis für Tickets kann steigen - aber auch sinken

Das funktioniert so: Sieben Tage vor Abflug prüft die Airline die Entwicklung der Treibstoffpreise anhand öffentlich zugänglicher Daten. Steigen diese, kann ein Zuschlag von bis zu 14 Euro pro Passagier und Strecke erhoben werden. Sinken sie, verpflichtet sich Volotea, den Differenzbetrag im gleichen Umfang zu erstatten.

Im Kern setzt Volotea dabei auf maximale Flexibilität für die Kundschaft. Passagiere können ihre Reise bis vier Stunden vor Abflug kostenlos ändern oder stornieren, ein Angebot, das laut Airline nicht üblich sei. Zudem würden Reisende während des Buchungsprozesses sowie vor dem Flug mehrfach über mögliche Preisänderungen informiert. Nach Angaben von Volotea sich bislang 97 Prozent der Kundinnen und Kunden trotz möglicher Anpassungen dafür entschieden, ihre Reise wie geplant anzutreten.

Volotea rüttelt an einem Grundprinzip

Gleichzeitig ist der Schritt heikel. Denn Volotea rüttelt an einem Grundprinzip der Branche: dem festen Ticketpreis. Auch wenn die Beträge überschaubar sind, sorgt die nachträgliche Anpassung für Diskussionen. Kritiker sehen darin ein Risiko für Vertrauen und Transparenz. Für Volotea ist das Modell ausdrücklich eine «außergewöhnliche und temporäre Maßnahme», um Stabilität zu sichern und gleichzeitig die Auswirkungen der aktuellen Krise zu begrenzen.

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