Bisher war es nur ein Gerücht. Nun ist es definitiv. Anko van der Werff verlässt Anfang 2027 nach sechs Jahren SAS. Er wird dann neuer Chef von Air Canada. Bis zu seinem Wechsel bleibe er im Amt des Vorstandsvorsitzenden und führe den laufenden strategischen Kurs fort, so die skandinavische Fluggesellschaft am Mittwoch (8. Juli) in einer Mitteilung.
Es hätten sich erfahrene Führungskräfte aus aller Welt beworben, schreibt Air Canada. Und man freue sich, einen Manager «vom Kaliber eines Herrn Van der Werff» gewonnen zu haben. Die Wahl sei das Ergebnis «einer umfassenden weltweiten Suche nach den besten Kandidaten». Bei der Suche sei eine Reihe von Leistungskriterien berücksichtigt worden, «darunter die Fähigkeit, sich auf Französisch auszudrücken».
Vorgänger stolperte über mangelnde Französischkenntnisse
Genau das wurde van der Werffs Vorgänger, dem aktuellen Chef von Air Canada, zum Verhängnis. Gleich bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt wurden für Michael Rousseau seine mangelnden Französischkenntnisse zum Problem: Er sprach gerade einmal 20 Sekunden in dieser Sprache und danach nur noch in Englisch. Anschließend fragte ein Journalist den Manager: «Wie macht man das, mehr als 14 Jahre in Montreal zu leben mit einem Französisch, das doch sehr einfach ist?» Rousseau kam ins Stottern.
Nach dem Unglück der Bombardier CRJ-900 in New York-LaGuardia äußerte sich der Air-Canada-Chef auch in einer Videobotschaft - aber nur auf Englisch. Das sorgte erneut für Entrüstung, weil die Todesopfer aus den Reihen der Crew teilweise französischsprachig waren. Rousseau entschloss sich anschließend, zum Ende des Jahres in Rente zu gehen.