Michael RousseauChef von Air Canada tritt tief ins Sprach-Fettnäpfchen

Der Chef von Air Canada geriet bei einer Frage auf Französisch ins Stottern. Das kam in Québec nicht gut an. Michael Rousseau musste sich entschuldigen - und versprechen, die Sprache zu lernen.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Michael Rousseau hat zwar einen französischen Nachnamen. Doch Französisch spricht er nicht wirklich. Und das wurde ihm gleich bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit der Übernahme des Jobs als Chef von Air Canada Mitte Februar zum Verhängnis. Am Mittwoch (3. November) sprach der 62-Jährige in Montreal zum Thema Neustart seiner Fluggesellschaft –  gerade mal 20 Sekunden zu Beginn in Französisch.

Nach seiner Rede in der zur französischsprachigen Provinz Québec gehörenden Stadt warteten diverse Journalistinnen und Journalisten auf Rousseau. Und gleich zu Beginn wurde er gefragt: «Wie macht man das, mehr als 14 Jahre in Montreal zu leben mit einem Französisch, das doch sehr einfach ist?» Der Air-Canada-Chef kam ins Stottern. «Ich».... «Sie»... «Können wir in Englisch fortfahren? Denn ich möchte verstehen, was Sie mich genau gefragt haben.»

«Verständnis des Französischen nicht so gut, wie ich möchte»

Er habe bereits in seinem Vortrag erklärt, dass sein «Verständnis des Französischen nicht so gut ist, wie ich gerne möchte», fuhr Rousseau fort, der sich dann verzweifelt zu seiner Kommunikationschefin umdrehte. Diese erklärte, man werde nun keine Fragen mehr zur Sprache beantworten. Trotzdem nochmals aufs Thema angesprochen, musste Rousseau nachher zugeben, dass er in Montreal gelebt habe, ohne Französisch zu sprechen. Er gehört damit zu einer Minderheit. In der Stadt sprechen gemäß offizieller Statistik 59 Prozent der Einwohner beide Sprachen, 27 nur Französisch und 12 Prozent nur Englisch.

Er würde die Sprache zwar gerne besser sprechen, so der Manager weiter. Aber aktuell liege seine Priorität darauf, Air Canada wieder dorthin zurück zu bringen, wo sie einmal gewesen sei. Davon profitiere auch Québec. Der Schaden war da allerdings längst angerichtet.

Montreal ist mehrheitlich mehrsprachig

Denn in Kanada sind Englisch und Französisch seit 1969 Amtssprachen. In Québec gilt zudem seit 1977 die Charte de la langue française (Charta der französischen Sprache). Sie schreibt nicht nur vor, dass alle öffentlichen Dienste in Französisch erbracht werden müssen, sondern auch alle privaten. Unter anderem ist geregelt, dass Läden Dinge zwar ein in einer anderen Sprache anschreiben dürfen, aber nur, wenn dasselbe deutlich größer auf Französisch gesagt wird. Das Gesetz unterstreicht, wie heikel die Sprachenfrage ist.

In der öffentlichen Diskussion gingen nach Rousseaus Aussagen die Wogen hoch. Der Manager sei ernannt worden unter der Bedingung, dass er ein funktionelles Französisch spreche, erklärte eine Kommentatorin. Und nicht nur stimme das nicht, er habe sich seither auch keine Mühe gegeben, seine Kenntnisse zu verbessern. Das zeige die Gleichgültigkeit der Englisch sprechenden Mehrheit in Kanada gegenüber der Französisch sprechenden Minderheit, meinte ein anderer.

Der Hauptsitz von Air Canada in Montreal. Bild: Air Canada.

«Ich entschuldige mich»

Wie heftig der Shitstorm ausfällt, wird daran deutlich, dass sich Rousseau am Donnerstag mit einer offiziellen Stellungnahme an die Öffentlichkeit wenden musste. «Ich möchte klarstellen, dass ich in keiner Weise beabsichtigt habe, den Quebecern und den Frankophonen im ganzen Land gegenüber respektlos zu sein. Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich durch meine Äußerungen beleidigt fühlten», so der Air-Canada-Chef.

Damit nicht genug. «Ich verpflichte mich heute, mein Französisch zu verbessern, das eine offizielle Sprache Kanadas und die gemeinsame Sprache von Québec ist, und gleichzeitig die ernsten geschäftlichen Herausforderungen anzugehen, denen sich Air Canada gegenübersieht». Der Hauptsitz von Air Canada befindet sich in Montreal, äh Montréal.

Mehr zum Thema

Air Canada bestellt zwei zusätzliche Airbus A220

Air Canada bestellt zwei zusätzliche Airbus A220

Air Canada fliegt kommenden Sommer wieder nach Frankfurt, Genf, München, Wien und Zürich

Air Canada fliegt kommenden Sommer wieder nach Frankfurt, Genf, München, Wien und Zürich

Boni für Chefs von Air Canada «inakzeptabel»

Boni für Chefs von Air Canada «inakzeptabel»

ticker-air-canada

Sammelklage gegen Air Canada wegen Umgangs mit Rollstuhlfahrenden zugelassen

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack