Flieger von Jetlines: So sollten sie aussehen.

Jetlines vs. David NeelemanNeue Billigairline verklagt Jetblue-Gründer und Moxy-Chef

Canada Jetlines wollte im Dezember starten. Daraus wird nichts. Jetzt zieht die Billigairline mit schweren Vorwürfen gegen Airline-Investor David Neeleman vor Gericht.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office

Der Einstieg ins Airline-Geschäft ist für junge Unternehmen immer hart und risikoreich. Doch was Canada Jetlines nun in einer Klage an Vorwürfen auspackt, klingt wirklich brutal. Das Start-up aus Vancouver wollte als Billigairline in Kanada die Ticketpreise drücken. Doch nun steht es vor dem Aus.

Dafür macht Canada Jetlines im Wesentlichen David Neeleman verantwortlich, Mitgründer von Westjet, Jetblue, Azul Linhas Aéreas und zurzeit mit dem Aufbau einer Fluggesellschaft mit dem Projektnamen Moxy beschäftigt. Die kanadische Fluglinie klagt an einem Gericht in Connecticut in den USA  gegen den Mann mit brasilianischem und amerikanischem Pass und die mit ihm verbundenen Firmen DGN Corporation und Breeze Aviation.

Chef abgeworben

Der Vorwurf: Neeleman soll dem Start-up nicht nur Firmenchef Lukas Johnson abgeworben haben. Der Jetblue-Gründer soll dies auch so arrangiert haben, dass Jetlines dadurch eine Investmentbank als Geldgeber verlor. Spät am Abend des 27. August 2018, als Jetlines und die Bank bereit gewesen seien, ihre entscheidenden Präsentationen bei potenziellen Investoren zu starten, habe Johnson eine überraschende Ankündigung gemacht.

Er habe erklärt, Jetlines zu verlassen und künftig für Moxy zu arbeiten, heißt es in der Klageschrift.  Dabei seien die Präsentationen auf den Firmenchef und sein Ansehen in der Branche zugeschnitten gewesen, nachdem dieser erst kurz zuvor vom Billigflieger Allegiant in den USA zu den Kanadiern gewechselt war. Doch damit nicht genug.

Bank informiert?

Innerhalb von 48 Stunden habe Neeleman der Bank mitgeteilt, dass er den Chef von Jetlines abgeworben habe und selber nicht in das Unternehmen investieren werde. Das hat er der Klage zufolge zuvor in Aussicht gestellt. Dieser Anruf sei der Todesstoß für die Beteiligung der Bank an der Jetlines-Finanzierung gewesen.

Das Finanzhaus habe die junge Firma informiert, dass man Zweifel habe, ob sie sich vom Abgang des Chefs erholen werde, und in der Folge die Zusammenarbeit beendet. Mittlerweile sei klar, dass Neelemans Plan gewesen sei, «Johnson als das Werkzeug zu benutzen, ob unwissentlich oder nicht, mit dem er Jetlines schadet, seinem und Moxys potenziellen künftigen Konkurrenten», so die Klage.

Weitere Investoren verloren

In der Folge habe Jetlines das Leasing von zwei Airbus A320 von Aercap absagen müssen und dabei 2,2 Millionen Dollar verloren, heißt es weiter. Man habe sich um andere Flugzeuge kümmern und den geplanten Start von Juni auf Dezember 2019 verschieben müssen. Mittlerweile ist aber auch das nicht mehr aktuell.

Jetlines hat im Oktober mit der der lettischen Charterfluggesellschaft Smart Lynx und Inharv ULCC Growth Fund zwei wichtige Investoren verloren und das Personal auf ein Kernteam reduziert. Der Facebook- und der Twitter-Account des Unternehmens sind mittlerweile gelöscht.

Neeleman nennt Klage lächerlich

Jetlines' Klage gegen Neelemann und seine Firmen lautet auf unerlaubte Beeinträchtigung der Geschäftserwartung und Verletzung des Gesetzes über unlautere Handelspraktiken in Connecticut. Das Start-up verlangt 27 Millionen Dollar plus Zinsen als Entschädigung.

David Neeleman nennt die Klage laut der Nachrichtenagentur Bloomberg «lächerlich». Es handle sich wahrscheinlich nur um einen Versuch, an Geld zu kommen. Er und Moxy hätten kein Interesse am kanadischen Markt, erklärte der Geschäftsmann. Zudem könne er sich nicht erinnern, ob er mit irgendwelchen Banken über Jetlines gesprochen habe.

Die Klageschrift können Sie hier herunterladen.

Mehr zum Thema

Canada Jetlines: Doch kein Start im Dezember.

Smart Lynx lässt Canada Jetlines fallen

Airbus A220: Inzwischen eine solide Orderbilanz.

Moxy Airways wird nicht Moxy Airways heißen

Jetlines holt sich zwei Airbus A320 von Smart Lynx

Jetlines holt sich zwei Airbus A320 von Smart Lynx

ticker-kanada

Kanada erlaubt deutlich mehr Flüge aus Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien

Video

Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
In Los Angeles tauchte erstmals seit Langem wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack