Es war eine lange Geschichte, aber sie hatte kein rühmliches Ende. Air Namibia, deren Historie in die 1940er-Jahre zurückreichte und die seit den 1980ern eine staatliche Fluglinie war, ging 2021 unter. Auch Anfang 2026 warteten ehemalige Angestellte noch auf ihr Geld.
Namibia Air hat ihre ersten Lizenzen erhalten
Und tatsächlich schreitet das Projekt voran. Am 6. August teilte das Verkehrsministerium mit, Namibia Air habe ihre Flugbetriebsgenehmigungen erhalten. Die Verkehrskommission des Landes übergab nach Abschluss der gesetzlichen Prüfungen die Genehmigungen für Linien- und Nichtlinienflüge an das Ministerium.
«Namibia Air wird nun die Erlangung des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) anstreben und alle verbleibenden regulatorischen, sicherheitsrelevanten und betrieblichen Anforderungen erfüllen, bevor der kommerzielle Flugbetrieb aufgenommen werden kann», schrieb das Ministerium. Wie Flotte und Netzwerk von Namibia Air aussehen sollen, geht aus dem Antrag für die nun erteilten Lizenzen hervor, der aus dem Juli stammt und der im Amtsblatt Government Gazette of the Republic of Namibia veröffentlicht wurde.
Sieben Embraer-Flugzeuge sollen Flotte von Namibia Air bilden
Demnach darf die Fluglinie sowohl im Inland als auch innerafrikanisch und interkontinental fliegen. Basen werden der internationale Flughafen Hosea Kutako (Iata-Code WDH) und der nationale Flughafen Eros (ERS) sein, die beide zur Hauptstadt Windhoek gehören. Namibia Air wird Fluggäste (Economy und Business Class) und Fracht befördern. «Die geschätzte Marktgröße beträgt 800.000 Fluggäste für Inlands- und innerafrikanische Märkte.»
Aktuell hat Namibia Air noch keine Flugzeuge. Sie plant aber die Beschaffung von vier Embraer ERJ 145 («geschätzte Kosten je Flugzeug: 3 Mio. US-Dollar») und drei Embraer E170/E175 («geschätzte Kosten je Flugzeug: 8 Mio. US-Dollar»), die die Flotte bilden sollen.
Windhoek - Johannesburg soll die Rennstrecke werden
Die beiden Strecken mit den höchsten Frequenzen sollen eine internationale Route und eine Inlandsstrecke sein. Dabei handelt es sich um Windhoek (WDH) - Johannesburg (JNB), von Anfang an mit wöchentlich 20 Flügen und nur einem leichten Anstieg auf 21 in den folgenden Jahren. Und um Windhoek - Ondangwa (OND), mit zwölf wöchentlichen Flügen zu Beginn und einem kontinuierlichen Anstieg auf 21 innerhalb von fünf Jahren. Durchschnittlich am teuersten werden laut dem Antrag die Tickets auf der Route Windhoek - Victoria Falls (VFA).
Namibia Air visiert den Betriebsstart für Dezember 2026 an. Jedoch gesteht das Ministerium ein, dass dies ein herausfordernder Zeitplan ist. Womöglich gelingt der Start also erst 2027.
. aeroTELEGRAPH