Alaska Airlines: Vorbild aus dem Norden

Musterschüler Alaska Airlines

Die Fluggesellschaften in den USA haben es schwer. Nur einer geht es außergewöhnlich gut - dank ungewöhnlicher Strategien.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

American Airlines ist nur das jüngste Beispiel in einer ganzen Reihe: In den vergangenen zehn Jahren gingen fünf amerikanische Airlines bankrott – US Airways sogar zweimal. Seit 1947 haben Fluggesellschaften in Amerika insgesamt mehr als 34 Milliarden Dollar verloren. Doch weit im Nordwesten des Landes sieht es anders aus. Alaska Airlines ist die Musterschülerin unter den amerikanischen Fluglinien. Sei es Pünktlichkeit, Kundenzufriedenheit, oder Passagierwachstum – die Airline aus Anchorage stand immer in den Top 3.

Dabei ist sie keineswegs eine junge Gesellschaft. 1932 wurde die Airline von Pilot Linious McGee gegründet – so nannte sie sich denn auch zunächst McGee Airways. Seit 1944 heißt sie Alaska Airlines. Nicht immer lief es gut. In den Neunzigerjahren durchlebte die Fluggesellschaft einige finanzielle Turbulenzen. Neue Konkurrenz und neue Technologien stellten sie vor Herausforderungen. 2002 wurde Bill Ayer Konzernchef. Er nahm eine totale Umstrukturierung vor. Normalerweise legen Airlines den Fokus auf die Anzahl neuer Flugzeuge oder Passagiere, um Finanzierungen durch Schulden zu rechtfertigen. Alaska aber beschritt einen neuen Weg: Möglichst geringe Kosten pro verfügbaren Sitzplatz pro Meile. 2003 befand sich Alaska bei 8,73 Cent. Das Ziel wurde auf 7,25 Cent angesetzt. Bei Erreichen würde das 300 Millionen Dollar Einsparung bedeuten.

Erste Online-Tickets in den USA

«Das war eines der Dinge, von denen wir nicht wussten wie wir es anstellen sollten. Aber wir mussten es schaffen», so Ayer gegenüber dem Wall Street Journal. Doch offenbar fand er es heraus. Der Schlüssel: Die Kosten niedrig halten und die Kundenzufriedenheit gleichzeitig hoch. So war Alaska etwa die erste US-Airline, bei der man sein Ticket Online kaufen konnte. Das war nicht nur angenehm für die Passagiere, so wurden auch Kosten für teure Reisebüros gesenkt. Um die Ausgaben zu begrenzen, beschränkte man sich bei der Flotte auf Boeing 737, um Wartungskosten zu sparen. Auch die Angestellten mussten geringere Löhne in Kauf nehmen - aber nicht, ohne etwas zurück zu bekommen. Ayer führte ein Bonussystem ein. «Es ist besser, den Angestellten in wirklich guten Zeiten etwas vom Kuchen abzugeben, als ständig auf sehr hohe Löhne zu setzen», so der Firmenlenker gegenüber dem Wall Street Journal. Außerdem werden durch dieses System die Mitarbeiter motiviert, sich persönlich für den Erfolg des Unternehmens zu engagieren.

Die Zahlen sprechen für sich: Mittlerweile ist Alaska Airlines die siebtgrößte Fluggesellschaft in den USA. Mit einem Wachstum des Flugverkehrs von 9,6 Prozent im letzten Jahr und einer Kapazitätssteigerung von 27 Prozent seit 2003, steht Alaska Airlines deutlich besser da als ein Großteil der Konkurrenz. Und in Sachen Kundenzufriedenheit zeigt ein Blick auf American Airlines, dass zufriedene Kunden ein gutes Geschäft bedeuten. Die Airline, die erst kürzlich unter Gläubigerschutz gestellt wurde, liegt in Befragungen immer auf einem der letzten Plätze.

Mehr zum Thema

ticker-usa

US-Senat beschließt neue Regeln für psychische Gesundheit von Pilotinnen und Piloten

Mit der Sonderflugnummer LH9886 ging es nach Arizona: Die D-ABYG hat Deutschland verlassen.

Lufthansas zweite Boeing 747-8 für die U.S. Air Force hat Deutschland verlassen

ticker-usa

USA fördern neue Flugverbindungen mit 11,35 Millionen Dollar

Flughafen Newark bei New York: Auch von den Problemen betroffen.

Bauarbeiter durchtrennen Kabel und lösen massive Störung der Flugsicherung im Nordosten der USA aus - Tausende Flüge betroffen

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier