Francesco Sciortino: «Es wäre sicher noch Luft nach oben für weitere Langstreckenverbindungen.»

Francesco Sciortino, Austrian Airlines«Müssen Übernahme der Boeing 787 neu justieren»

Austrian Airlines' Operativchef Francesco Sciortino über die Einflottung der ersten Boeing 787, die erste Dreamliner-Destination und die mögliche Anschaffung von Airbus A321 Neo.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Einflottung der Airbus A320 Neo ist im vollen Gange. A321 Neo sind auch ein Thema. Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass sechs Stück die Flotte von Austrian Airlines ergänzen sollen. 

Francesco Sciortino: Dazu gibt es derzeit noch keine Entscheidung. Wir sind jetzt gerade bei der Übernahme des fünften A320 Neo, der noch im Dezember kommt. Wir werden uns dann ansehen, wie es danach weitergeht. Die Gerüchte zu den genauen Stückzahlen kommen sicherlich daher, dass wir derzeit sechs Airbus A321 im Einsatz haben und es daher logisch wäre, wenn wir sechs A321 Neo übernehmen würden.

Wie geht es mit der Langstreckenflotte von AUA weiter - wird es zukünftig auch mehr Destinationen geben?

Wie bereits angekündigt werden schon bald zehn statt bisher neun Langstreckenflugzeuge bei uns im Einsatz stehen. Wenn man sich aber den derzeitigen Mix aus Kurz und Langstreckendestinationen bei uns ansieht, so wäre sicher noch Luft nach oben für weitere Langstreckenverbindungen.

Wenn Sie jetzt von zehn Flugzeugen sprechen, dann reden Sie vermutlich von den Boeing 787. Unmittelbar werden diese aber nicht ausgeliefert werden.

Wir haben heute schon neun Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 767 und 777 in unserer Flotte und mit der Auslieferung des ersten Dreamliners im kommenden Jahr wird sich diese Zahl auf zehn Einheiten erhöhen.

Es könnten sogar innereuropäische Destinationen sein, die zunächst mit den Dreamliner bedient werden.

Und wann kommt der erste Dreamliner nach Wien?

Die Idee war ja, dass Lufthansa von Boeing neue Flugzeuge als Ersatz für den Dreamliner der nach Wien geht, bekommt. Jetzt kommen aber diese Flugzeuge nicht rechtzeitig, weshalb wir die Übernahme der 787 neu justieren müssen. Wir stehen dazu in engem Austausch innerhalb von Lufthansa Group und treffen jetzt alle Vorbereitungen, um die 787 schnellstmöglichst einsetzen zu können.

Wie rasch geht es dann mit den weiteren Auslieferungen des Dreamliners weiter?

In weiterer Folge sollen laut Plan jeden Winter zwei zusätzliche Maschinen übernommen werden. Alle Kenner der Branche wissen, dass es zu massiven Verzögerungen bei der Auslieferung von Flugzeugen kommt, weshalb ich keine weiteren Prognosen abgeben möchte.

Welche Destination wird der Dreamliner als erstes anfliegen? Die Rede ist immer wieder von New York.


Es könnten sogar innereuropäische Destinationen sein, die zunächst mit den Dreamliner bedient werden, damit wir unsere Piloten  trainieren können. Ansonsten sind kurze Langstreckenflüge immer ganz gut, da bietet sich nach New York natürlich an, weil wir damit viele Umläufe zum Pilotentraining nutzen können.

Wollen Sie auf der Langstrecke denn noch über die jetzige Planung hinaus wachsen?

Wir haben zehn Flugzeuge beschlossen, diese Anzahl benötigen wir aber um das bestehende Netzwerk über das ganze Jahr bedienen zu können. Manche Strecken werden derzeit nur saisonal bedient und diese möchten wir gerne wieder ganzjährig bedienen. Um zusätzlich neue Strecken aufzunehmen müssten wir mehr Flugzeuge im Einsatz haben. Dazu gibt es derzeit noch keine Beschlüsse.

Man muss nur die generelle Idee, Inlandsflüge zu verbieten, hinterfragen.

Bei den kurzen Flügen wurde innerhalb Österreichs gestrichen. Vor Kurzem wurde in einer Studie über die Einstellung der Inlandsflüge von Wien nach Salzburg festgestellt, dass viele Passagiere gar nicht auf die Bahn umgestiegen sind, sondern zum Beispiel auf Reisen nach München dann lieber die ganze Strecke mit dem Auto fahren. Nervt Sie das?

Es gibt dazu eine klare Vereinbarung und an diese halten wir uns. Man muss nur die generelle Idee, Inlandsflüge zu verbieten, hinterfragen. Ist es tatsächlich so, dass die Menschen mit dem Zug nach Wien fahren? Es wäre natürlich schade, wenn man sich am Reißbrett überlegt, dass der Passagier mit dem Zug nach Wien fährt, aber er es tatsächlich dann nicht tut; sich der Verkehr also nur verlagert. Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist, dass Inlandsflüge Zubringerflüge sind. Die überwältigende Mehrheit nutzt diese Strecken, um nach Wien und dann weiter in die Welt zu fliegen. Nicht gut wäre, wenn Menschen letztlich über außereuropäische Hubs - wie Istanbul - in die Welt fliegen, nur weil sie nach Wien nicht mehr gut angebunden sind.

Aber Sie bieten bereits eine Kombination aus Flug und Zugtickets ab Salzburg an. Dann müssten Sie ja wissen, ob dieses Angebot angenommen wird oder nicht.

Wir sind sehr froh über die Kooperation mit den ÖBB und bauen diese auch laufend aus. Wichtig ist, dass die Lösung möglichst bequem für den Passagier ist. Aktuell mangelt es beispielsweise an Anschlusszügen zu den Randzeiten. Viele Dienstreisen starten früh morgens und enden spät abends, hier ist die Kombination aus Zug und Flug defacto nicht möglich, weshalb viele Passagiere nach München ins Auto steigen, um ihre Flüge in die Welt anzutreten.

Gilt das auch für die Anbindung ab Linz?

Für Linz gilt das weniger, dort gibt es eine größere Chance für die Bahnverbindung, da die Distanz nach Wien kürzer ist. Wir sollten uns aber tatsächlich einmal genau ansehen, was funktioniert und was nicht und es nicht bei der Theorie belassen, dass der Passagier mit dem Wegfall der Fluganbindung tatsächlich den Zug nach Wien nimmt. Zeit ist bei der Wahl des Verkehrsmittels ein wesentlicher Faktor.

Mit Francesco Sciortino sprach aeroTELEGRAPH Im Rahmen des jährlich in Wien stattfindenden Luftfahrtsymposiums der Interessensvertretung Aviation Industry Austria am Flughafen Wien. 

Mehr zum Thema

Boeing 787 in den Farben von Austrian Airlines: Doch schon früher?

Austrian Airlines bekommt zehn Boeing 787-9 Dreamliner

Wolfgang Henle ist Geschäftsführer der Austrian Airlines Technik Bratislava

«Chance auf Wachstum in der Nach-Corona Zeit»

Airbus A321 Neo von Lufthansa: Auch Austrian hat Interesse.

Austrian Airlines schaut sich auch Airbus A321 Neo an

Airbus A320 von Austrian Airlines: Bald nur noch moderne Flieger in der Kurzstreckenflotte.

So baut Austrian Airlines ihre Flotte mit neuen Airbus A320 Neo und A321 Neo um

Video

Der Airbus A220 von Croatia Airlines: In Split von der Piste abgekommen.
Eigentlich sollte Flug OU412 nach Frankfurt starten. Doch beim Beschleunigen geriet der Airbus A220 von Croatia Airlines aus ungeklärten Gründen von der Piste des Flughafens Split ab. Nun ermittelt die kroatische Flugunfallbehörde.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin