Maschinen von Lufthansa-Tochter Eurowings und Air Berlin sowie Carsten Spohr: Der Lufthansa-Chef hat einen Termin beim Notar.

Niki, LGW und mehrLufthansa unterschreibt Air-Berlin-Kaufvertrag

Lufthansa ist bei Air Berlin am Ziel: Sie übernimmt große Teile der insolventen Fluglinie. Air Berlins Deal mit Easyjet ist dagegen noch nicht in trockenen Tüchern.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Lufthansa übernimmt große Teile der insolventen Air Berlin: Deutschlands größte Fluggesellschaft kauft die Tochtergesellschaften Niki aus Österreich und die Luftverkehrsgesellschaft Walter (LGW) sowie 20 weitere Flugzeuge. Das teilte Air Berlin am Donnerstagnachmittag (12. Oktober) mit. «Der Abschluss garantiert den Erhalt aller Arbeitsplätze bei Niki und LGW und eröffnet zusätzlich Perspektiven für mehrere tausend Mitarbeiter der Air Berlin», so die insolvente Fluggesellschaft.

Zugestimmt habe der eigene Aufsichtsrat, so Air Berlin. Doch: «Der Kauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gläubigerausschuss, den Sachwalter im Insolvenzverfahren der Air Berlin sowie der europäischen Wettbewerbsbehörde in Brüssel.»

Niki soll erstmal Niki bleiben

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte schon am Morgen laut Nachrichtenagenturen gesagt, es sei ein großer Tag in der Geschichte von Lufthansa und Air Berlin. Der Kaufvertrag solle in wenigen Stunden unterschrieben werden, um 12 Uhr sei der Termin beim Notar geplant.

Welche Strecken und Slots mit den übernommen Flugzeugen verbunden sind, wollte Lufthansa auf Anfrage von aeroTELEGRAPH noch nicht offenlegen. Ein identisches Flugprogramm wie bei Air Berlin werde es aber wohl nicht geben, so ein Sprecher. Niki soll den Aussagen zufolge weiter als Niki fliegen, bis der Kauf endgültig abgeschlossen ist. «Was nach der Integration in die Eurowings passiert, muss sich dann zeigen», sagte der Sprecher.

Verhandlungen mit Easyjet dauern an

Heute läuft die Frist aus, bis zu der Air Berlin exklusiv mit Lufthansa und Easyjet verhandeln wollte. «Mit Easyjet dauern die Verhandlungen noch an», schrieb Air Berlin nun. Die Gespräche zwischen Air Berlin und dem britischen Billigflieger sollen laut Insidern in den vergangenen Tagen ins Stocken geraten sein. Eine Einigung ist aber auch nach Donnerstag noch möglich.

Doch dann sind auch andere Bieter wieder im Rennen. Das zeigt auch die Wortwahl des Air-Berlin-Generalbevollmächtigten Frank Kebekus. Nach einem Lob für den Lufthansa-Deal sagte er: «Jetzt geht es darum, auch mit anderen Bietern die Verträge unterschriftsreif auszuhandeln» - «mit anderen Bietern» nicht «mit dem anderen Bieter».

Vereinigung Cockpit fordert schnelle Infos

Kritik kam von den Piloten der Vereinigung Cockpit. Trotz der Übernahme durch Lufthansa «sind immer noch viel zu wenig Details über die Zukunft der Arbeitsplätze der Air Berlin Piloten bekannt», schrieb die Gewerkschaft. Sie forderte, dass die Angestellten schnell und in allen Details über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze informiert würden.

«Mit der Übernahme der Flugzeuge geht auch die soziale Verantwortung für die Arbeitsplätze an die neuen Eigentümer über», sagte Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit. «Es kann nicht sein, dass sich Piloten nach der Übernahme auf ihre eigenen Arbeitsplätze bewerben und dann auch noch Gehaltsabschläge von bis zu 40 Prozent hinnehmen müssen», so Wahl.

Spohr verweist auf Monarch-Grounding

Lufthansa-Chef Spohr hatte am Donnerstagmorgen in einem Interview mit der Rheinischen Post noch einmal angekündigt: «Wir werden voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen, 3000 Mitarbeiter einstellen und dafür in Summe 1,5 Milliarden Euro investieren.» Auch einen Zeithorizont nannte der Lufthansa-Boss. Man rechne damit, dass die EU bis zu drei Monate brauche, um den Kauf kartellrechtlich zu überprüfen. «Insgesamt kann es aber bis zu einem Jahr dauern, bis die Integration vollständig umgesetzt ist», sagte Spohr, auch mit Blick auf die Neueinstellungen von Mitarbeitern und die Lackierung von Dutzenden Jets.

Die Bundesbürgschaft in Höhe von 150 Millionen Euro für Air Berlin verteidigte Spohr. Die Bundesregierung habe mit dem Kredit einerseits die Rückkehr von Millionen Urlaubern ermöglicht, und andererseits seien Arbeitsplätze in Deutschland gesichert worden. «Immerhin konnte Air Berlin so lange weiterfliegen, bis der Verkauf von Teilen der Air Berlin Gruppe unter Dach und Fach ist», sagte der 50-Jährige. «Bei Monarch in Großbritannien war es nicht so. Dort haben alle Mitarbeiter über Nacht ihre Jobs verloren, und die Regierung musste die Urlauber zurückholen.» Das habe 60 Millionen Euro gekostet, die die britische Regierung nicht wiedersehen werde.

Beteiligung am Flughafen Düsseldorf?

Spohr kündigte auch an, sich um Air-Berlin-Passagiere zu kümmern, die durch stornierte Flüge im Ausland festsitzen. «Wir bereiten ein Angebot vor, um im Ausland gestrandeten Passagieren der Air-Berlin die Heimreise zu einem fairen Preis anzubieten, sofern wir die Kapazitäten dafür haben», sagte der Lufthansa-Chef.

Außerdem äußerte er sich zu den Ambitionen seiner Fluggesellschaft am Flughafen Düsseldorf. Am stehe zwar erst am Anfang der Gespräch über eine engere Zusammenarbeit mit dem Airport, jedoch gelte: «Ich möchte dabei keine Variante einer vertieften Kooperation ausschließen», so Spohr. «Tatsache ist, dass wir den halben Flughafen künftig für uns nutzen - also möchten wir auch mitgestalten.»  In München betreibe Lufthansa beispielsweise das Terminal Zwei inklusive des neuen Satellitengebäudes gemeinsam mit der Flughafengesellschaft und das funktioniere exzellent.

Mehr zum Thema

INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.

Wenn Airlines auf Popstars setzen

Flughafen Mönchengladbach: Wirkt ruhig - ist aber ganz schön geschäftig.

Einst Grasfeld, dann Air Berlins Düsseldorf-Alternative und heute Innovationslabor

Flugzeug von Condor in Wien: Hier brummt das Geschäft.

Condor nennt ihre erfolgreichsten Städte-Strecken - und Unterschiede zu Air Berlin

Ein Eurowings-Flugzeug über der Altstadt von Jeddah: Die Airline fliegt im Winter ab Stuttgart neu in die saudische Hafenstadt.

Eurowings wird zum Arabien-Shuttle

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier