Lufthansa-Airbus A320 aus einem Flugzeug: Am 13. und 14. April fallen hunderte Flüge aus.

Streik der Pilotinnen und PilotenLufthansa: Streik beschleunigt das Ende von Cityline

Die Pilotinnen und Piloten einiger Lufthansa Airlines streikten. Hunderte Flüge fallen aus. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann nennt die Streiks «verantwortungslos» und warnt davor, dass sie größere Folgen für Lufthansa und Cityline haben könnten.

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Bei der Lufthansa gilt aktuell: Nach dem Streik ist vor dem Streik. Am vergangenen Freitag (10. April) hatte das Kabinenpersonal der Lufthansa von 00:01 Uhr bis etwa 22 Uhr die Arbeit niedergelegt und hunderte Flüge fielen aus. Kaum war dieser Streik vorbei, rief die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings bereits zum nächsten Arbeitskampf auf. Das Cockpitpersonal ist aufgefordert, vom 13. bis 14. April ihre Arbeit niederzulegen.

Eurowings wird nur am Montag bestreikt und zwar nur der deutsche Flugbetrieb Eurowings Deutschland. Flüge der Schwestergesellschaft Eurowings Europe finden regulär statt. Trotzdem muss die Billigairline zahlreiche Flüge streichen. Besonders betroffen ist Düsseldorf, der größte Eurowings-Standort in Deutschland. Dennoch geht die Airline davon aus, einen großen Teil des Flugprogramms aufrechterhalten zu können, auch dank der Unterstützung durch Partner-Airlines.

Hunderte Flüge von Airlines der Lufthansa Group fallen aus

Laut eigener Aussage rechnet die Pilotengewerkschaft VC damit, dass täglich Hunderte Flüge ausfallen werden. Am Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt wurden bereits am Montag 560 Starts und Landungen gestrichen. In München gab eine Sprecherin an, dass am Montag und Dienstag insgesamt rund 710 Starts und Landungen entfielen. Am Hauptstadtflughafen BER fallen allein am Montag etwa 40 Flüge aus. In Köln/Bonn sind 46 Flüge nur am Montag betroffen. In Stuttgart fallen 20 Flüge aus.

Die VC begründet den erneuten Streikaufruf damit, dass die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zur Lösung zeige, wie VC-Präsident Andreas Pinheiro in einer Mitteilung erklärte. Hintergrund ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer besseren betrieblichen Altersversorgung bei der Kernmarke, Lufthansa Cargo und Eurowings. Zudem geht es auch um die Zukunft der Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa Cityline.

Lufthansa: Streiks sind «verantwortungslos»

In einem zunächst im Lufthansa-Intranet veröffentlichten Interview bezeichnet der Personalvorstand des Konzerns, Michael Niggemann, die Streikankündigung als «verantwortungslos». Gerade in einer Phase weltpolitischer Spannungen und großer Risiken für das Geschäft seien solche Forderungen nicht nachvollziehbar. Laut Niggemann streike die VC bei der «Lufthansa Classic und Cargo für eine Verdoppelung einer bereits exzellenten Altersversorgung».

Aktuell gibt es bei der Lufthansa Classic wirtschaftlich «keinen weiteren finanziellen Spielraum mehr», sagt Niggemann und betont, dass bereits heute zahlreiche Strecken nicht mehr profitabel betrieben werden können. Die Folge: Die Kontinentalflotte der Lufthansa wird weiter schrumpfen. Gleichzeitig zeigt die Lufthansa City Airline jedoch, wie man auch unter den gegebenen Wettbewerbsbedingungen in Deutschland wachsen kann. «Die Streiks», so Niggemann, «helfen nicht – sie schaden der betroffenen Airline.»

Streiks beschleunigen das Ende der Cityline

Zur Lufthansa Cityline erklärt Niggemann, man habe über einen langen Zeitraum mit den Gewerkschaften nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht. Doch diese hätten die Verhandlungen «letzten Endes ausgesessen». Lufthansa Cityline sei hochdefizitär und mit ihrer aktuellen Kostenstruktur nicht mehr wettbewerbsfähig. «Deshalb haben wir wie bereits angekündigt, spätestens bis Ende dieses Jahres die Canadair-Flugzeuge ausflotten und anschließend auch den gesamten Flugbetrieb der Cityline einzustellen», so Niggemann. «Die Streiks erhöhen den Druck und könnten diesen Prozess weiter beschleunigen.»

Trotzdem zeigt sich Niggemann bereit, weiterhin nach Lösungen für die Anschlussbeschäftigung der Lufthansa-Cityline-Mitarbeitenden zu suchen. Dazu wurde bereits ein Termin mit der Gewerkschaft Ufo vereinbart. Er betont jedoch auch, dass es bereits Wechselangebote gegeben habe, von denen sowohl die VC als auch die Ufo ihren Mitgliedern abgeraten hätten.

Lufthansa muss befriedet werden

Grundsätzlich betont Niggemann die Notwendigkeit einer Trendwende: Das Unternehmen muss befriedet werden, damit es seinem eigenen Anspruch wieder gerecht werden kann. Es darf nicht durch einen dauerhaften Konfliktmodus oder überzogene Forderungen in seiner Zukunftsfähigkeit gefährdet werden. Hier ist ein Wechsel in einen konstruktiven Modus dringend erforderlich.

Gleichzeitig zeigt sich der Personalvorstand offen für eine Schlichtung von außen. Hilfe durch unabhängige Dritte sei eine Option. «Konkret denken wir an zwei Mediatoren, wovon jeweils einer eine Partei gesondert unterstützt und beide zusammen die Lösungsfindung vorantreiben», so Niggemann.

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