Für Anfang 2026 dünnen etliche Airlines der Lufthansa-Gruppe ihr Flugangebot in die Vereinigten Staaten aus. Der Konzern spricht von üblichen Anpassungen für Januar und Februar. Aber gerade in der Economy Class hat er auch ein Problem, besonders ab Deutschland.
Noch bei der Vorstellung der Zahlen zum zweiten Quartal gab sich Carsten Spohr optimistisch, was das Nordatlantik-Geschäft angeht. Ende Juli bezeichnete der Chef von Lufthansa Group es als «robust». Das Nordamerika-Geschäft ist der Gewinnbringer des Konzerns: Ein Viertel des Umsatzes und der Kapazität entfällt auf diesen Markt.
Zwar sind die Europäer und besonders die Deutschen zurückhaltender geworden, was Flüge in die USA betrifft, doch die Nachfrage aus den USA ist laut Spohr hoch. Hinzu kommt eine gute Auslastung der höheren Buchungsklassen. Beides würde den Buchungsrückgang aus Deutschland mehr als ausgleichen, hieß es bei der Vorstellung der Kennzahlen Ende Juli.
Aber schon bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal im April war bekannt geworden, dass Lufthansa eine Taskforce eingerichtet hat, um die Marktlage für Nordamerika genau zu beobachten. Im Falle einer schwächeren Nachfrage will der Konzern so in der Lage sein, schnell mit Angebotsreduzierungen zu reagieren.
Spohr schloss damals aus, die Preise wesentlich zu senken, um die Nachfrage anzukurbeln. «Denn wenn eine Familie in den letzten vier Wochen entschieden hat, dieses Jahr nicht in die USA zu reisen aus Deutschland, dann tut sie das auch nicht, wenn wir den Preis um fünf Prozent senken», so der Konzernchef im April. Sollten die Buchungen nicht anziehen, würde Lufthansa das Angebot kürzen.
Im August teilte Lufthansa-Group-Tochter Swiss der Handelszeitung mit, dass die Buchungszahlen für die zweite Jahreshälfte derzeit «leicht unter dem Vorjahresniveau» liegen. Schon Ende Juli hatte die Schweizer Airline mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erklärt: «Im Transatlantikgeschäft hat sich die Nachfrage in den Nicht-Premiumklassen abgeschwächt, was sich unmittelbar auf die Durchschnittserlöse auswirkt.»
Swiss reagiert mit Preissenkungen und bietet im Herbst besonders günstige Flugpreise an. Auch Lufthansa wirbt auf ihrer Homepage aktuell mit bis zu 17 Prozent günstigeren Flügen nach Nordamerika. Gleichzeitig dünnt der Konzern für Januar und Februar 2026 das Flugangebot in Richtung Nordamerika deutlich aus, wie das Portal Aero Routes berichtet.
Besonders stark betroffen ist das Drehkreuz in Frankfurt: Zwischen dem 12. Januar und Ende Februar 2026 reduziert Lufthansa die Flüge unter anderem nach Chicago (von 12 auf 7 pro Woche), Dallas (von 5 auf 3 wöchentlich), Detroit (von 7 auf 5) und Houston (von 7 auf 5).
Die Verbindung nach New York JFK sinkt in dieser Zeitspanne sogar von 14 auf 7 Flüge pro Woche. Zudem entfallen Verbindungen zeitweise ganz – so nach Denver (12. Januar bis 14. Februar) und St. Louis (Februar). Auch nach Seattle gibt es vom 12. Januar bis 1. März nur noch drei statt fünf Flüge pro Woche.
Discover Airlines kürzt ebenfalls: Ab 18. Dezember 2025 sinkt die Frequenz nach Calgary (Kanada) von sieben auf sechs Flüge pro Woche, ab Anfang Januar zeitweise auf fünf. Die Route nach Philadelphia wird vom 1. bis 28. Februar 2026 sogar komplett ausgesetzt. Auch die Flüge nach Minneapolis, Orlando und Tampa werden reduziert.
In Wien nimmt Austrian Airlines Anpassungen vor. Zwischen 11. Januar und 10. Februar 2026 fallen die Flüge von Wien nach Chicago weg, die Flüge nach Boston entfallen vom 12. Januar bis 12. Februar. Auf der Strecke nach Washington fliegt die österreichische Lufthansa-Group-Tochter vom 13. Januar bis 2. März nur noch fünf Mal statt täglich geflogen.
Ein Sprecher der Lufthansa-Gruppe erklärte auf Anfrage von aeroTELEGRAPH, dass der Zeitraum von Januar bis Ende Februar traditionell als nachfrageschwach gelte. Besonders auf nicht touristisch geprägten Strecken mit breitem Angebot seien Flugplananpassungen in der Branche üblich. Der Konzern berücksichtige dabei Faktoren wie Saisonalität, Wirtschaftlichkeit und Kapazitätsengpässe aufgrund von Lieferproblemen der Flugzeugbauer.
Der Sprecher erklärt zudem, dass die Lufthansa-Group-Airlines bereits im Mai 2025 beschlossen hätten, verschiedene Einzelverbindungen des Winterflugplans 2025/26 vorübergehend für einige Wochen auszusetzen, oder bestimmte wöchentliche Frequenzen zu streichen.
Weitere Anpassungen am Flugplan erfolgten dann im Juli und August 2025. Der Konzern bemüht sich, betroffene Reisende auf alternative Verbindungen umzubuchen. Darüber hinaus erklärte der Konzernsprecher, dass die Lufthansa-Gruppe ihr Angebot in Richtung USA im Winter 2025/26 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht ausgebaut habe.