Flieger von Aerosur: Passagiere strandeten.

Krise bei Aerosur verschärft sich

Die bolivianische Airline streicht noch immer Flüge ohne Vorwarnung. Das große Wunder ist, dass sie noch immer fliegt.

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Die Meldung klang fast schon wie ein verspäteter Aprilscherz. Am 8. April lud Aerosur zum Flughafen Viru Viru in Santa Cruz de la Sierra zu Flugzeugtaufe. Eine neue Boeing B747-400 mit Platz für 400 Passagiere stieß damit zur Flotte. Wenige Tage zuvor hatte die Fluggesellschaft noch ganz andere Klänge verbreitet. Sie machte wegen ihrer katastrophalen Finanzlage Schlagzeilen. Die Flüge nach Madrid wurden damals unverhofft unterbrochen. Denn umgerechnet 230 Millionen Euro schuldet das Privatunternehmen dem Steueramt, dem nationalen Telekommunikationsunternehmen, der staatlichen Altersvorsorge und anderen Gläubigern. Staatspräsident Evo Morales triumphierte bereits und höhnte, die nahende Pleite zeige, dass Firmen unter Leitung des Staates erfolgreicher seien.

Doch inzwischen ist die Feierstimmung endgültig verflogen. Bei Aerosur reagiert mehr denn je das Chaos. Gemäß dem bolivianischen Nachrichtenportal Pagina Siete reichte die Airline bisher die nötigen Papiere zum Betrieb des neuen Jumbo-Jets noch immer nicht bei der Luftfahrtaufsichtsbehörde Dirección General de Aeronáutica Civil ein. Dabei wäre der geleaste Flieger dringend nötig, um die Flüge nach Madrid wieder aufnehmen zu können.

Passagiere in Miami gestrandet

Doch auch die täglichen Operationen sind noch immer erratisch. Diese Woche saßen erneut Hunderte von Passagieren von Aerosur fest. So strich die Fluggesellschaft am Freitag (13. April) gemäß der Zeitung Los Tiempos zwei Flüge ab Santa Cruz nach Buenos Aires und São Paulo ohne Angabe von Gründen. Später hieß es dann, der Grund seien Probleme mit dem Steueramt gewesen. Andere Reisende beklagten sich über die in letzter Zeit zunehmenden, chronischen Verspätungen bei Aerosur. Tatsache ist: Die Airline steckt in einer tiefen Krise und schafft es nur noch knapp, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Seit mehreren Tagen sitzen rund 300 Passagiere in Miami fest. Sie sollten eigentlich am vergangenem Dienstag zurück nach Bolivien fliegen. Doch der Flug wurde abgesagt. Er soll nun heute Sonntag (15. April) nachgeholt werden. Doch ein Journalist, der mitreisen sollte, berichtete im sozialen Netzwerk Facebook, der Leasingvertrag für die Boeing 767–200 sei ausgelaufen. Deshalb könne der Flieger nicht mehr eingesetzt werden. Die Maschine wurde auch für die Destinationen Buenos Aires und São Paulo eingesetzt.

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