Flugzeug von Iran Air: War vor den Sanktionen auch in Wien zu Gast.

Keine Europa-Flüge mehrIran Air klagt gegen Sanktionen der EU

Im Oktober 2024 erließ die EU Sanktionen gegen die staatliche iranische Fluglinie. Die musste ihre Europa-Flüge einstellen. Doch Iran Air wehrt sich auf dem Rechtsweg.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Am 14. Oktober 2024 beschloss die EU neue Sanktionen auch gegen drei iranische Fluggesellschaften: die staatliche Iran Air und die privaten Saha Airlines und Mahan Air. «Diese Unternehmen sind für den Transfer und die Lieferung von im Iran hergestellten Drohnen und damit zusammenhängenden Komponenten und Technologien an Russland verantwortlich», hieß es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Diese Drohnen und Technologie seien für den Einsatz in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bestimmt.

Die Fluglinien dürfen seitdem keine Tickets mehr in der EU verkaufen. Zudem wurden ihre Vermögenswerte eingefroren. Am folgenden Tag stellte Iran Air alle Europa-Flüge ein.

Iran Air klagt – und nennt sechs Gründe

Doch die staatliche Fluggesellschaft leitete am 23. Dezember rechtliche Schritte ein, wie jetzt bekannt wird. Iran Air klagt beim Europäischen Gerichtshof gegen den Rat der Europäischen Union. Sie beantragt, die Maßnahmen vom 14. Oktober für nichtig zu erklären, «soweit diese Rechtsakte die Klägerin betreffen», wie es im EU-Amtsblatt heißt.

Ihre Klage, über die zuerst das Portal CH Aviation berichtete, stützt Iran Air auf sechs Gründe. Erstens sei sie nicht in der Sache angehört worden, wodurch ihr Recht auf Anhörung verletzt worden sei. Zweitens habe die EU keine individuellen Begründungen geliefert, sondern für jede sanktionierte Airline identische und allgemeine Formulierungen verwendet. So habe sie gegen die Begründungspflicht verstoßen und Verteidigungsrechte von Iran Air sowie ihr Recht auf effektiven gerichtlichen Rechtsschutz verletzt.

Vorwurf: Nur auf Zeitungsbericht verlassen

Drittens habe die EU auf Antrag zwar eine Beweiszusammenstellung übermittelt – 7 der 22 übermittelten Dokumente beträfen Iran Air jedoch nicht. Dennoch hätte sich Iran Air und ihre Anwälte damit auseinandersetzen müssen, was einen Verstoß gegen den Grundsatz der Aktenklarheit und so eine Verletzung des effektiven Rechtsschutzes darstelle.

Viertens sei das Recht auf unparteiische Beweisbeschaffung verletzt worden. Die Beweise, die Iran Air betreffen würden, seien nämlich ausschließlich Zeitungsberichte über angebliche Beweise zulasten der Fluggesellschaft. Die EU habe diesen Zeitungsberichten blind vertraut und keine eigenen Nachforschungen angestellt, so der Vorwurf. Insbesondere habe sie es unterlassen, auch nach Beweisen zugunsten von Iran Air zu suchen.

Iran Air vermutet politische Kollektivhaftung

Fünftens sei das Recht auf unparteiische Beweiswürdigung verletzt worden. Die Zeitungsartikel gäben keinerlei Hinweis auf eine Beteiligung von Iran Air hinsichtlich des ihr gemachten Vorwurfs, militärisch relevante Güter transportiert zu haben.

Sechstens erhebt Iran Air den Vorwurf des Ermessensmissbrauchs. Die EU habe aller Wahrscheinlichkeit nach – zumindest vorwiegend – einen anderen Zweck verfolgt, als sie offiziell angegeben habe, argumentierte die Airline. Die EU sei selber davon ausgegangen, dass Iran Air hinsichtlich der erhobenen Vorwürfe unschuldig sei. Die Fluggesellschaft habe aber in eine politisch motivierte Kollektivhaftung genommen werden sollen.

Das waren die Flugziele in Europa

Iran Air hatte vor den Sanktionen sechs Ziele in der Europäischen Union angesteuert: Paris, Köln/Bonn, Hamburg, Mailand, Rom und Wien.

Mehr zum Thema

Bombardier CRJ 200 von Pars Air:  wurde die EP-PAC zerstört?

Iran beklagt Zerstörung von Airbus A319 und Fokker 50

ticker-iranair

Iran Air nimmt Flüge nach Istanbul wieder auf

ticker-iranair

Iran Air klagt gegen europäische Luftfahrtbehörden

iran air airbus a300 ep ibg

Iran Air nimmt 41 Jahre alten Airbus A300 aus dem Dienst - aber will ihn zurückholen

Video

wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies