Wer sich ein Bild von Eurowings' finanzieller Lage machen will, hat es nicht immer leicht. Denn die Lufthansa-Gruppe gibt viele Zahlen für das gesamte Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines heraus, zu dem neben Eurowings auch Lufthansas 50-prozentige Beteiligung an Sun Express gehört. Unter dem Strich stehe für dieses Geschäftsfeld im ersten Halbjahr 2026 ein Ergebnis von minus 252 Millionen Euro, teilte Eurowings am Dienstag (4. August) mit.
Zum zweiten Quartal, also der zweiten Hälfte des ersten Halbjahrs, teilte Lufthansa Group mit, das Ergebnis des Geschäftsfeldes sei um 101 Millionen Euro auf -37 Millionen Euro gesunken. «Haupttreiber waren auch hier die stark gestiegenen Treibstoffpreise, die einen Kostenanstieg von 71 Millionen Euro gegenüber Vorjahr verursachten.»
Einflottung der Boeing 737 Max beginnt 2027 - und kostet
Einige Zahlen nur zu Eurowings nennt der Konzern aber durchaus. So verringerte die Fluglinie ihr Angebot um 6 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres. Die Stückerlöse stiegen um 9,4 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr stiegen die Stückerlöse um 7,9 Prozent, «im Wesentlichen bedingt durch die gezielte Ticketpreisgestaltung zur Kompensation der gestiegenen Kerosinpreise, sowie aufgrund der starken Nachfrage nach Zielen in West- und Südeuropa», wie die Lufthansa-Gruppe zur Tochter schreibt.
Auf Kostenseite belastete im ersten Quartal auch ein Streik im Cockpit Eurowings. Im zweiten Quartal waren dann andere Faktoren ausschlaggebend für steigende Kosten. «Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 10,9 Prozent, insbesondere aufgrund der reduzierten Kapazität sowie aufgrund gestiegener Aufwendungen für Flugzeugwartung und höherer Aufwendungen für Gebühren sowie Catering und Personal in Vorbereitung auf die Einflottung der Boeing 737-8 Max», so der Konzern. Eurowings will das Flugzeugmodell von Boeing ab Herbst 2027 in die Flotte aufnehmen. Die Technik von Eurowings bereitet sich schon seit dem Jahr 2025 auf die neuen Flugzeuge vor.
Programm EWolut: «Maßnahmen zur Kosteneinsparung»
«Angesichts der diesjährigen Ergebnisentwicklung haben beide Airlines Maßnahmen zur Kosteneinsparung eingeleitet», sagte Konzernchef Carsten Spohr im Mediengespräch zu den Halbjahreszahlen mit Blick auf Eurowings und Sun Express. Bei Sun Express würden zudem gemeinsam mit Turkish «die recht ambitionierten Flottenpläne auf den Prüfstand gestellt».
Zu den Maßnahmen bei Eurowings sagt Spohr zunächst nichts. Auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH sagte ein Konzernsprecher aber: «Angesichts steigender Kosten, ambitionierter Ziele und eines intensiven Wettbewerbs hat Eurowings das Transformationsprogramm EWolut gestartet, um das Unternehmen langfristig robust und zukunftssicher aufzustellen.» Das Programm ist bereits im Herbst 2025 angelaufen.
Wirklich in die Karten gucken lässt Eurowings sich nicht
«Statt pauschaler Einschnitte setzt Eurowings dabei auf gezielte Initiativen, die Prozesse vereinfachen, Digitalisierung und Automatisierung konsequent nutzen und strukturelle Verbesserungen nachhaltig verankern», so der Sprecher. Damit wolle man Komplexität sowohl innerhalb von Eurowings als auch im Zusammenspiel mit der Lufthansa-Gruppe reduzieren und steigende Kosten im Zaum halten. Details nennen Eurowings und ihr Mutterkonzern bisher nicht, was konkrete Maßnahmen, Zahlen und Ziele angeht.
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