Eurostar: Bedrohung für europäische Airlines.

Eurostar greift Airlines an

Der Betreiber von Hochgeschwindigkeitszügen baut sein Netz aus. Mit neuen Strecken will er den Fluglinien Marktanteile abjagen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Amsterdam, Frankfurt, Köln, Lyon, Marseille und Genf - alles Städte mit Flughäfen, alles Städte in die nun der europäische Schnellzug Eurostar neu fahren will. Für Fluggesellschaften, die auf denselben Routen operieren, dürfte das eine ziemliche Bedrohung darstellen. Diverse Studien haben gezeigt, dass gerade auf europäischen Mittelstrecken inzwischen Hochgeschwindigkeitszüge für viele Geschäfts- aber auch Freizeitreisende das Verkehrsmittel der Wahl sind. Ein Beispiel: Der französische TGV hält auf den Inlandstrecken mittlerweile einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Eine holländische Studie zeigte auch für die Eurostar-Strecken: Pünktlichkeit und Bequemlichkeit sorgen bei vielen Reisenden dafür, dass sie lieber zum Zug- als zum Flugticket greifen. Keine langen Schlangen, weniger Ausfälle - der Eurostar punktet in vielen Kategorien.

Und auch was die Kosten anbetrifft haben die Zugbetreiber einen Vorteil: Sicherheitschecks und andere langwierige Verfahren, die inzwischen obligatorischer Bestandteil bei Flugreisen sind, kosten Airlines und Flughafenbetreiber einiges an Geld. An Bahnhöfen und beim Schienenverkehr fallen diese Kosten nur begrenzt an. Ein Beispiel dafür findet sich wieder in Frankreich: Opfer dieser Entwicklung war die Fluggesellschaft Air Inter. Sie bediente bis zum Start der Schnellzüge die Inlands- und Regionalstrecken in Frankreich und hatte quasi das Monopol für diese Strecken. In der Folge der zunehmenden Konkurrenz wurde sie 1990 Teil der Air-France-Gruppe, dann zur Air France Europe und 1997 dann vollends aufgelöst.

Zug lieber als Flug

Genau darauf zählt Eurostar-Chef Nicolas Petrovic: «2016 oder 2017 hoffen wir, dass Reisende, die es in diese Städte zieht, sich für den Zug und nicht für das Flugzeug entscheiden», so der Manager gegenüber der Financial Times. Bei den Reisen zwischen London, Brüssel und Paris hat der Zug das seit der Einführung 1994 schon geschafft. Mit 9,7 Millionen Passagieren hat der Zug es auf einen Marktanteil von 80 Prozent erreicht. Für Airlines und den Eurostar gleichermaßen unwillkommen dürfte der Eintritt der Deutschen Bahn in den Markt sein. Die darf ab 2015 den Tunnel zwischen Großbritannien und dem Kontinent nutzen.

Aber solange man einen gemeinsamen Feind habe, sei die Sache eigentlich einfach: «Der Schlüssel ist, den Airlines Marktanteil wegzunehmen», so Petrovic. Das werde umso einfacher, je mehr Schnellzug-Anbieter auf den Strecken einspringen. Der ultimative Plan: Ein neues Drehkreuz für intereuropäische Strecken. Der wahrscheinlichste Kandidat dafür scheint momentan Brüssel zu sein. Eurostar gehört zu 55 Prozent dem französischen Staatsunternehmen SNCF, zu fünf Prozent dem belgischen SCBC und zu 40 Prozent der britischen Regierung.

Mehr zum Thema

Flughafen Istanbul: Neuer Spitzenreiter.

Istanbul löst London-Heathrow als weltweit am besten vernetztes Luftfahrt-Drehkreuz ab

Boeing 787-8 von Tui: Ein Dreamliner musste am 29.Juni unplanmäßig in Stansted landen.

Boeing 787 von Tui Airways macht Hüpfer von London nach London

Airport London-Heathrow: Am 28. August 2023 fielen in ganz England zahlreiche Flüge aus.

Passwort-Panne verzögerte Hilfe bei britischem Luftfahrt-Chaos

Beschädigte Ryanair-Tragfläche: Der Mitarbeiter war überfordert.

Wenn genervt sein zur Gefahr wird

Video

Business Class Centre Seats
Teilweise wird sie in Airbus A350-900 und A350-900 ULR nachgerüstet, ganz kommt sie später in der Boeing 777-9 zum Einsatz: die neue Langstreckenkabine von Singapore Airlines. Wir zeigen, was das neu vorgestellte Produkt ausmacht.
Peter Pfänder
Peter Pfänder
Die ehemalige D-AICD: Sie hat ihren Standplatz verlassen.
Seit Anfang 2022 steht am Flughafen Düsseldorf ein ehemaliges Condor-Flugzeug. Nun wurde der 28 Jahre alte Airbus A320 von seiner Position weggeschleppt. Denn der geheimnisvolle Eigentümer lässt prüfen, ob der Jet wieder abheben kann.
Timo Nowack
Timo Nowack
Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies