Silke Anckaert: Pilotin und Buchautorin.

Silke AnckaertEine Pilotin, die nie Pilotin werden wollte - und ihre Geschichte in einem Kinderbuch festhielt

Ohne Vorbilder, ohne familiären Bezug zur Luftfahrt und ohne Kindheitstraum fand Silke Anckaert ihren Weg ins Cockpit. Sie begegnete Vorurteilen, Skepsis und Diskriminierung. Heute fliegt sie bei Brussels Airlines Airbus A320. Und sie hat ein Kinderbuch geschrieben, damit die nächste Generation es leichter hat.

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Der Weg ins Cockpit war für Silke Anckaert nicht vorgespurt. Weder ihre Eltern noch sonst jemand in ihrer Verwandtschaft arbeitet in der Luftfahrt. Direkte Vorbilder hatte sie also nicht. Und auch in der Öffentlichkeit sah man nie Pilotinnen. So träumte sie als Kind auch nicht davon, einst im Cockpit zu sitzen.

Und doch tut sie genau das inzwischen. Anckaert ist Erste Offizierin bei Brussels Airlines. Der Weg dahin war jedoch nicht gerade. Nach dem Ende ihrer Schulzeit begab sich die Belgierin zuerst auf eine lange Reise. «Da hatte ich viel Zeit zum Überlegen, was ich später einmal beruflich machen will», erzählt die heute 30-Jährige. Sie entschied sich für den Beruf der Ärztin. Doch die lange Ausbildungszeit schreckte sie am Ende doch ab und so wurde sie Pflegefachfrau.

Eine andere Pilotin zeigte ihr den Weg ins Cockpit

Während ihrer Ausbildung arbeitete Anckaert nebenher – als Flugbegleiterin. «Das gefiel mir gut», sagt sie. Dabei habe sie viel mit den Crews - auch mit denen im Cockpit - gesprochen. «Und da kam mir der Gedanke, dass der Job als Pilotin vielleicht auch spannend sein könnte.» Die finale Eingebung kam ihr aber eines Tages beim Scrollen durch ihren Instagram-Feed. Sie blieb bei einem Post einer Pilotin von Brussels Airlines hängen.

«Ich sah dort, dass sie nicht nur Pilotin ist, sondern auch Mutter und ein Baby hatte», erzählt Anckaert. Ihr wurde klar, dass sich dieser Beruf und die Familie durchaus vereinen lassen. Und so begann sie, sich zur Pilotin auszubilden. Anckaert flog danach zuerst einige Monate für eine europäische Billigairline. Nicht immer war das leicht. Denn trotz formaler Gleichberechtigung erlebte sie immer wieder Diskriminierung.

Ein älterer Kapitän sprach den ganzen Flug kein Wort mit ihr

Billige Witze über Geschlechtsstereotypen waren nur das eine. «Bei einem Flug sprach der ältere Kapitän die ganze Zeit kein einziges Wort mit mir», sagt Anckaert. Ein anderes Mal ließ sie ein Instruktor durch einen Test fallen - obwohl sie absolut nichts falsch gemacht hatte. «Ich habe mir die Session im Simulator nachher nochmals angeschaut und konnte wirklich keinen Fehler finden», erzählt sie. Kolleginnen haben ähnliche Dinge erlebt, erzählt die Kopilotin, die Airbus A320 steuert. «Vor allem bei älteren Kapitänen.»

June, de kleine piloot: Das Buchcover.

Aber auch Passagiere haben schon gesagt, sie würden nicht mitfliegen, als Anckaert mit einer Kapitänin im Cockpit saß. Sie flogen dann doch mit, als die Kapitänin ihnen erklärte, sie könnten zwischen Aussteigen und Mitfliegen wählen. Inzwischen erlebt Anckaert das nicht mehr. «Vielleicht liegt es auch daran, dass Brussels Airlines einen Frauenanteil von zehn Prozent im Cockpit hat», resümiert sie. Das ist im Branchenvergleich hoch.

Heute sagt Silke Anckaert: «Ich bin sehr glücklich»

«Ich bin sehr glücklich», sagt sie. Es möge vielleicht kitschig oder wie ein Klischee klingen. «Aber die Aussicht von meinem Arbeitsplatz aus fasziniert mich jeden Tag aufs Neue», so Anckaert. Diese Begeisterung will sie auf andere junge Frauen übertragen. Und deshalb schrieb sie ein Kinderbuch. Im Zentrum der Handlung steht June, ein Mädchen, das Pilotin werden will. Ein Knabe sagt ihr aber: «Das ist nur für Jungs.» Dann lernt es aber eine Nachbarin kennen, die Pilotin ist und ihr erklärt, dass jeder im Cockpit sitzen kann, wenn er will.

Das Buch basiere weitgehend auf ihren eigenen Erlebnissen, sagt Anckaert. Sie habe zuerst begonnen, ihre Gedanken einfach mal für dich aufzuschreiben. Ihr Freund habe dann aber gesagt, das sei so spannend, dass sie es veröffentlichen sollte. «Ich tat es dann lange nicht und schob das Projekt vor mir her», so Anckaert. Als es fertig war, blieb es erst in der Schublade liegen. Als ihr Freund dann aber unerwartet starb, nahm sie es von dort wieder hervor. «Ich tat es auch für ihn, schließlich hat er mich dazu angespornt», so die Pilotin von Brussels Airlines.

Ein Buch, ideal, um auf einem Europaflug zu lesen

Das Buch enthält auch Elemente wie Fragen zum Text. Oder Seiten, auf denen die Kinder sich selbst zusammen mit June malen können. Oder eine Seite zum Heraustrennen, aus der man ein Papierflugzeug basteln kann. «Es ist ideal, um auf einem Europaflug zu lesen», sagt Anckaert. Derzeit ist das Buch «June, de kleine piloot» (June, die kleine Pilotin) nur auf Niederländisch erhältlich. «Aber wer weiß, vielleicht findet sich ja auch ein Verleger in anderen Sprachen.»

Das Buch können sie hier (in niederländischer Sprache) bestellen.

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