Flieger von Ryanair: Die Meinungen im Cockpit sind gespalten.

Vereinigung Cockpit unterschreibtDeutsche Piloten beugen sich Ryanairs Druck

Der Billigflieger hat der Vereinigung Cockpit nun doch ein Ja zum Krisen-Tarifvertrag abgepresst - und das fast ohne Änderungen. Dabei hatten viele Piloten dagegen gestimmt.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Vor einer Woche stimmten die deutschen Ryanair-Piloten gegen einen Krisen-Tarifvertrag, den die Vereinigung Cockpit mit Malta Air ausgehandelt hatte. Über diese Ryanair-Tochter sind die Piloten des Billigfliegers in Deutschland angestellt. Nachdem die Gewerkschaft sich selber nicht glücklich mit Vertrag und Verhandlungen gezeigt hatte, scheiterte das Papier schließlich knapp mit 49,4 der abgegebenen Piloten-Stimmen.

Ryanair kündigte daraufhin an, die Basis am Flughafen Hahn zu schließen und womöglich auch die Standorte Berlin-Tegel und Weeze. Auch für andere deutsche Flughäfen plant die Fluglinie Stellenstreichungen. Jetzt lenkt die Piloten-Gewerkschaft allerdings ein.

Einschnitte über Jahre akzeptiert

In einem Schreiben der Tarifkommission der Vereinigung Cockpit vom Montag (27. Juli), das aeroTELEGRAPH vorliegt, heißt es, man sei mit dem Arbeitgeber zu einer Einigung gekommen, die seit Sonntagabend verbindlich sei. «Die Tarifverträge wurden inhaltsgleich wie bereits am 10. Juli unterschrieben.» Malta Air habe lediglich noch eine einseitige Erklärung abgegeben, laut der Piloten bei vorübergehenden Stationsschließungen vor dem Winter 2021 gefragt würden, ob sie an eine andere Station versetzt werden wollten.

Ein Sprecher der Vereinigung Cockpit sagte gegenüber aeroTELEGRAPH, man habe zudem kleinere Verbesserungen beim Kündigungsschutz durchgesetzt. Dennoch bilanziert das Schreiben, an die Piloten gerichtet, man habe sich «schweren Herzens dazu durchgerungen, die Euch bereits dargelegten Einschnitte für die nächsten Jahre zu akzeptieren».

Einigung für viele schwer hinzunehmen

Zu den Einschnitten gehört eine Gehaltsreduzierung um 20 Prozent bis Ende Juni 2022, um 14 Prozent bis Ende Juni 2023 und um 8 Prozent bis Ende Juni 2024. Die Tarifkommission hatte sich zuvor selber mit der langen Laufzeit der Kürzungen unzufrieden gezeigt.

Die Gewerkschafter schreiben, man zähle darauf, dass nun alle Arbeitsplätze in den Cockpits von Malta Air in Deutschland erhalten bleiben würden. Man wisse aber auch, dass der Tarifabschluss für viele der Piloten schwer zu akzeptieren sei. «Eine Abstimmung, die nahezu 50/50 ausfiel, ist ein klares Zeichen für die Komplexität der Situation.»

Mehr zum Thema

Ryanair-Jet am Flughafen Hahn: Immens wichtig für den Airport.

Ryanair will Basis in Hahn zum November schließen

Deutsche Piloten von Ryanair stimmen gegen Krisen-Tarifvertrag

Deutsche Piloten von Ryanair stimmen gegen Krisen-Tarifvertrag

Boeing 737 von Ryanair: Harte Verhandlungen.

Deutsche Piloten wütend über Ryanairs Machtposition

ticker-ryanair

Ryanair kündigt erste 29 neue Strecken für Sommer 2027 an

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin