Condor-Jet im Gewitter: Soll seltener vorkommen.

FerienfliegerCondor will mit Software bessere Routen finden

Der Ferienflieger möchte seine Flugrouten mit einer Software besser aufs Wetter abstimmen und so Kosten sparen. Eine Möglichkeit bleibt Condor aber noch verwehrt.

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Weltweit verkleinern Fluglinien derzeit Flotten und passen Betriebsabläufe an, um ihre Kosten zu drücken. Condor hat dabei aus Sicht von Chef Ralf Teckentrup einen Vorsprung, da das Schutzschirmverfahren schon vor der Corona-Krise zu Anpassungen zwang.  Da Lufthansa dem Ferienflieger zunehmend Konkurrenz macht, kann Condor nicht innehalten.

Um die Kosten zu senken, setzt Condor auf eine neue Wetterdaten-Software. Damit kann sie die Flugplanung präziser gestalten und so Treibstoffkosten sparen. Das Programm namens Ewas stammt vom Luftfahrt-Informatikunternehmen Sita. Es nimmt für sich in Anspruch, genauere und aktuellere Wetterdaten als bisherige Systeme zu liefern und in nutzerfreundlichen Grafiken darzustellen - gerade auch zu schwierigen Bereichen wie Turbulenzen und Gewitterzonen.

Präzisere Betankung, niedrigere Kosten

Bis zum Herbst will Condor alle Piloten schulen und ihnen die Software im Cockpit per Tablet zur Verfügung stellen, kündigt eine Airline-Sprecherin an. Auch die Dispatcher, also die Flugplaner am Boden, werden künftig mit dem neuen Programm von Sita arbeiten.

Der Ferienflieger erhofft sich davon «qualitativ noch hochwertigere Informationen zu flugrelevanten Wetterphänomenen und daraus abzuleitenden Ausweichrouten oder Betankungsprävention», so die Sprecherin. Die Wetterdaten sollen also eine präzisere Flugplanung ermöglichen und verhindern, dass Flieger aufgrund von unsicherer Planung mehr Treibstoff tanken, dessen Gewicht wiederum den Verbrauch erhöht oder längere Routen zu Ausweichflughäfen planen müssen.

Condor kann noch nicht im Flug aktualisieren

So wirbt Sita auch, dass die Software durch kürzeres Tanken schnellere Turnaround-Zeiten ermögliche. Dazu kommt: Ist aufgrund des Wetters tatsächlich einmal ungeplant ein größerer Umweg nötig oder muss ein Flieger nach Turbulenzen sogar umkehren oder einen anderen Flughafen ansteuern, kann das eine Airline schnell Zehntausende Euro kosten.

Condors Flotte ist allerdings nicht mit W-Lan ausgestattet. Einen Vorteil der Software, die zum Beispiel auch Etihad und Air France verwenden, kann die deutsche Fluglinie daher noch nicht nutzen: die Aktualisierung durch die Piloten während des Fluges. «Die Wetterdaten werden kurz vor Abflug im Cockpit abgerufen», erklärt die Sprecherin. Zudem könne die Verkehrszentrale am Boden die Daten auf den aktuellsten Stand bringen und ins Cockpit weitergeben.

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