Flugzeug der Abyssinian Flights Services: Dürfen nur wenig Passagiere transportieren.

Aufstand der Privatairlines

Äthiopiens private Airlines beklagen sich über die unfaire staatliche Konkurrenz. Nun reagiert die Regierung.

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Die weitreichenden Pläne gab die Behörde für zivile Luftfahrt Äthiopiens Anfang Juli bekannt. Regierungsmitglieder hatten sich zuvor mit verschiedenen Vertretern aus der Branche getroffen. Ziel ist laut dem Direktor der Behörde, Wosenyeleh Hunegnaw, die Luftfahrt sicherer, effizienter und verlässlicher zu machen. Dazu habe man bereits in den vergangenen Jahren viele Massnahmen ergriffen. Unter anderem habe man neue Richtlinien für den Flugverkehr geschaffen. Mit den jetzigen, zusätzlichen Schritten plant Addis Abeba, die Zahl der privaten Anbieter von 21 auf 30 zu erhöhen.

Doch die privaten Airlines kochen vor Wut und sind mit den Vorschlägen nicht zufrieden. Sie beklagen sich über unfaire Bedingungen, die dazu dienen, die staatliche Ethiopian Airlines zu bevorzugen. So erhalten sie an Flughäfen lediglich einen Schalter, während Ethiopian den Rest bekommt. Zudem sind sie per Gesetz dazu verdammt, höchstens 20 Passagiere zu transportieren. Ein Fakt, den die private Konkurrenz massiv benachteiligt. Zwar soll mit den neuen Regeln die Maximalzahl für Passagiere auf 50 erhöht werden. Doch das ist den privaten Fluggesellschaften nicht genug. «Es soll überhaupt keine Restriktionen geben», sagte Gizaw Solomon, Chef der Fluglinie Abyssinian Flights Services gegenüber der Zeitung Addis Fortune. Nicht erlaubt ist es den Privatairlines auch, eigene Hangars zu bauen oder den von Ethiopian zu benutzen. Sie sind daher dazu verdammt, ihre Wartung ins Ausland zu vergeben, was teuer kommt. Die meisten Privatanbieter führen derzeit keine Linienflüge durch, sondern lediglich Charter.

Übermacht des Staates

Derzeit hat Ethiopian einen Marktanteil von 90 Prozent. Ziel der neuen Richtlinien der Regierung ist es, die Beziehungen zwischen den Behörden und den privaten Branchenvertretern zu verbessern. An den Verhandlungen über die neuen Massnahmen nahmen neben den Aufsichtsbehörden die nationale Fluglinie Ethiopian Airlines, der Flughafenbetreiber The Ethiopian Airport Enterprise, Vertreter der Ministerien, aber auch Repräsentanten ausländischer Airlines sowie der Privatairlines teil.

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