Air-Uniqon-Chef Fabian Rosenberg und eines der Flugzeuge von Avanti Air: Bald geht es los.

Fabian Rosenberg, Air Uniqon«Wir wurden gefragt, ob wir uns Interlining vorstellen könnten»

In zwei Wochen startet mit Air Uniqon in Friedrichshafen eine neue deutsche Fluglinie. Chef Fabian Rosenberg spricht über die aktuellen Buchungen, die Ziele bei der Auslastung und eine erste Kooperationsanfrage einer ausländischen Fluggesellschaft.

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Am 12. Januar 2026 nimmt mit Air Uniqon eine neue deutsche Fluggesellschaft den Betrieb auf. Die virtuelle Airline arbeitet mit Avanti Air zusammen, um mit deren De Havilland Dash 8-400 samt Crews Friedrichshafen mit Berlin, Hamburg und Düsseldorf zu verbinden.

«Wir sehen ein schönes Buchungsverhalten», sagt Air-Uniqon-Chef Fabian Rosenberg im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. Zahlen will er nicht nennen, verrät aber: «Gerade die Strecken von Friedrichshafen nach Berlin und Hamburg, die mit Auto und Bahn brutal lang sind, werden super angenommen.» Er betont, dass Buchungen nicht nur aus Deutschland kommen. Auch Vorarlberg in Österreich sowie Liechtenstein seien Einzugsgebiete.

Air Uniqon setzt zum Start im Januar auf große Messen

«Wir bekommen viele E-Mails in denen uns die Menschen schreiben: Zum Glück ist die Strecke wieder da», so Rosenberg. Dabei komme die Nachfrage nicht nur von Geschäftsreisenden. «Aktuell zu Weihnachten und Silvester merken wir zum Beispiel, dass sich Familien treffen, sich absprechen und dann buchen, beispielsweise für Ostern.» Besonders gut werde der mittlere Tarif Smart angenommen, bei dem Gepäck inklusive ist.

Dass Air Uniqon im eher buchungsschwachen Januar startet, begründet Rosenberg auch mit der Nachfrage durch Messen: In Berlin findet die Grüne Woche statt (16. bis 25. Januar), in Düsseldorf die Boot (17. bis 25. Januar) und in Berlin die Fashion Week (30. Januar bis 2. Februar).

Doppelter Tagesrand auch für Hamburg? «Sind wir dran»

Der Flugplan sieht wie folgt aus: Nach Berlin geht es am Montag um 10:00 Uhr, am Mittwoch um 07:00 Uhr und um 17:00 Uhr sowie am Freitag um 18:10 Uhr. Die Flüge nach Düsseldorf finden am Montag um 07:00 Uhr, am Dienstag um 07:00 Uhr und um 17:30 Uhr sowie am Donnerstag um 08:00 Uhr statt. Hamburg steht bei Air Uniqon am Montag um 14:00 Uhr auf dem Flugplan, am Mittwoch um 11:00 Uhr sowie am Freitag um 14:00 Uhr.

«Wir haben diesen Flugplan in Rücksprache mit Unternehmen aus der Bodenseeregion gebaut», sagt Rosenberg. Außerdem habe man Verkehrszahlen aus der Vergangenheit ausgewertet. Nun biete man dienstags den doppelten Tagesrand auf der Düsseldorf-Route an, mittwochs auf der Berlin-Strecke. «Für Hamburg gibt es noch keinen doppelten Tagesrand, aber da sind wir gerade dran», sagt der Chef der virtuellen Fluggesellschaft.

Air Uniqon: Interlining-Anfrage von ausländischer Fluglinie

Ziel sei eine Auslastung «zwischen 65 und 70 Prozent», sagt Rosenberg. «Wenn wir Ende des Sommer 2026 dort landen, also vielleicht September oder Oktober, sind wir zufrieden.» Aktuell arbeitet das Unternehmen auch an Kooperationen mit Reiseveranstaltern, etwa für Reisende aus dem Norden Deutschlands, die für Skiferien Richtung Süden fliegen wollen.

Gespräche über Interlining mit der Lufthansa-Gruppe, die unter anderem über Eurowings stark an den Flughäfen vertreten ist, gibt es bisher nicht, wie Rosenberg sagt. «Aber wir wurden von einer anderen Airline angesprochen und gefragt, ob wir uns ein Interlining vorstellen könnten.» Den Namen verrät er nicht, sagt aber, es sei keine deutsche Fluglinie.

Was hinter dem Namen Air Uniqon steckt

Auch zu den Investoren äußert sich der Air-Uniqon-Chef nicht namentlich. Es gebe acht Partner aus der Region Friedrichshafen, die den Start finanziell unterstützten, sagt er lediglich. Seine Firma selber sitzt derweil im Dorf Rüthnick in Brandenburg. Dass er und sein sechsköpfiges Team sich von dort aus um Ticketing, Vertrieb und Kommunikation kümmern, sieht der Chef, der eigentlich aus der Film-, Marketing- und Event-Branche kommt, nicht als Problem an. «Wir sind zwei Tage pro Woche in Friedrichshafen, wir sind aber auch in Berlin, Hamburg und Düsseldorf», so Rosenberg, der selber auch eine Privatpilotenlizenz besitzt.

Das Wort Uniqon im Firmennamen ist eine Zusammensetzung aus Unique (einzigartig) und Connectivity (Konnektivität). Gestartet ist das Unternehmen im März 2025 als Anbieter von Bedarfsflügen am Flugplatz Welzow in Brandenburg - «beispielsweise für Rundflüge oder Hubschrauberflüge, wir haben aber auch Fußballmannschaften und Musiker geflogen mit gecharterten Flugzeugen», sagt Rosenberg. «Dann hat der Flughafen Friedrichshafen uns darauf angesprochen, ob wir uns vorstellen können, auch ein Linienprogramm aufzusetzen», erzählt er. Mit Avanti Air als operativem Partner sei die Konstellation komplettiert worden.

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