Tu 204 von Air Koryo: Zu wenige in der Flotte

Air Koryo: Zuwenig Jets für VIPs

Die nordkoreanische Fluglinie hat Probleme mit ihrer überalterten Flotte. Das belastet sogar die Staatsfeierlichkeiten.

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Der 27. Juli ist für Nordkorea der Tag des Sieges. Eigentlich aber wurde an jenem Datum nur der Waffenstillstand zwischen dem Norden und Süden des geteilten Landes besiegelt. Am 27. Juli 1953 wurde damit der blutige Koreakrieg beendet. Das 60-Jahre-Jubiläum feiert Pjöngjang gebührend. Neben dem ganzen Land sollen auch geladene Gäste aus dem Ausland die Festivitäten miterleben. Dazu gehören Journalisten und Staatsvertreter aus aller Welt. Doch nicht alle schafften es rechtzeitig ins Land. Der Grund: Die Nationalairline Air Koryo besitzt nicht genug Langstreckenjets.

Die Fluggesellschaft hat eine ganze Reihe alter Sowjet-Maschinen in der Flotte. Aber diese können nicht weit genug fliegen, um die VIPs abzuholen. Nur drei ihrer Flieger sind dafür geeignet: Zwei Tupolew Tu 204 und eine Antonow An 148. Um dennoch alle Besucher rechtzeitig ins Land zu bringen, bat Air Koryo China um die Erlaubnis, drei Langstreckenflieger einzusetzen, die eigentlich bereits aus dem Verkehr gezogen worden waren. Doch wegen Sicherheitsbedenken erteilten die Behörden in Peking die Erlaubnis nicht.

Teil-Flugverbot in der EU

Trotz Flugverbot für die alten Flugzeuge ist China während der zehntägigen Feierlichkeiten nicht sorgenfrei. «Wenn die Jets in dieser Zeit immer wieder unterwegs sind, dann könnte das ein massives Sicherheitsrisiko wegen ungenügender Wartung bedeuten», so eine Quelle gegenüber der koreanischen Zeitung Chosun Ilbo.

Wegen der veralteten Flotte verhängte auch die Europäische Union 2006 ein Flugverbot über die Fluglinie. Erst seit April 2010 dürfen die neueren Tupolew-Flieger der Airline – gekauft wurden sie in den Jahren 2007 und 2008 – unter Auflagen einige Ziele wieder anfliegen. Momentan fliegt Air Koryo aber nicht mehr nach Europa.

Immer wieder Zwischenfälle

Doch auch diese machen Probleme. Zweimal kam es in diesem Jahr bereits zu Zwischenfällen mit Tu 204 von Air Koryo am Flughafen Wladiwostok. Im März schoss ein Flieger mir rund 200 Passagieren an Bord bei der Landung über die Piste hinaus. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. Der letzte Zwischenfall ereignete sich vergangene Woche. Nach dem Abbiegen von der Piste auf den Rollweg kam der Flieger von der Strecke ab, riss einige Leuchtzeichen und Markierungen mit und landete schließlich im Gras, wie das französische Fachportal Crash Aerien berichtet. Erste Ergebnisse der Ermittlungen gehen davon aus, dass der Pilot zu schnell unterwegs war.

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