Airbus A318 von Air France: Die Airline steht unter Druck.

One in One outAir France und Co. geraten wegen britisch-französischer Abschiebeflüge unter Druck

28 Organisationen werfen mehreren europäischen Fluggesellschaften vor, an umstrittenen Abschiebeflügen zwischen Großbritannien und Frankreich beteiligt zu sein. Air France, Corendon, Alba Star und Titan Airways sehen sich mit Boykottdrohungen konfrontiert – und wehren sich.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

In einem Schreiben an Air-France-Chefin Anne Rigail sprechen die Unterzeichner von einer «beschämenden Beteiligung an grausamen und erzwungenen Abschiebungen, einschließlich von Opfern von Folter, Menschenhandel und moderner Sklaverei». Man fordere sie auf, ihre «Beteiligung und Komplizenschaft an diesem System» zu beenden. Andernfalls werde man sich Boykottaufrufen anschließen.

Air France ist aber nicht alleine. Gleich mehrere europäische Fluggesellschaften geraten wegen Abschiebeflügen zwischen Großbritannien und Frankreich zunehmend unter Druck von 28 Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen. Die anderen sind Titan Airways, Alba Star und Corendon Airlines. Sie wurden aufgefordert, sich nicht länger an Rückführungen im Rahmen des britischen One in, one out-Programms zu beteiligen.

28 Organisationen unterzeichneten die Briefe

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem das Joint Council for the Welfare of Immigrants JCWI, Action Against Detention and Deportations, Bail for Immigration Detainee, Care 4 Calais, das Institute of Race Relations, Jesuit Refugee Service UK, Medact, Migrants’ Rights Network, Rainbow Migration, Southall Black Sisters, Utopia 56 sowie Women for Refugee Women. Insgesamt tragen 28 Organisationen aus Großbritannien und Frankreich das Schreiben mit.

Die Organisationen werfen den beteiligten Airlines vor, Abschiebungen durchzuführen, bei denen es zu Gewaltanwendung gekommen sei. In dem Brief heißt es, Betroffene hätten berichtet, unter Zwang auf Flüge gebracht worden zu sein. Zudem verweisen die Organisationen auf mögliche Verstöße gegen Artikel 3 und 4 der Europäischen Menschenrechtskonvention, die Folter, Sklaverei und Zwangsarbeit verbieten.

Ein Asylsuchender darf einreisen, einer muss ausreisen

Die französische Fluglinie erklärte auf Anfrage: «Air France ist nicht befugt, Informationen über Passagiere, die auf ihren Flügen gebucht sind, preiszugeben. Gemäß internationalen Bestimmungen können Fluggesellschaften von den Behörden aufgefordert werden, Passagiere zu befördern, die zur Grenze begleitet werden.» Corendon Airways hat auf eine Anfrage nicht reagiert.

Das One in, one out-Abkommen zwischen London und Paris sieht vor, dass jeweils ein Asylsuchender legal nach Großbritannien einreisen darf, während im Gegenzug eine Person, die mit einem kleinen Boot über den Ärmelkanal angekommen ist, nach Frankreich zurückgebracht wird. Seit Beginn der Rückführungen im vergangenen September wurden 305 Menschen nach Frankreich abgeschoben, 367 reisten im Gegenzug nach Großbritannien ein. In diesem Jahr haben bislang 1528 Menschen den Ärmelkanal überquert.

Eilklage gegen Abkommen

Zudem läuft vor dem High Court eine Eilklage von 16 Asylsuchenden gegen die Regelung. Die Kläger wenden sich unter anderem gegen neue Leitlinien, die ihre Möglichkeiten einschränken sollen, Hinweise auf Menschenhandel erneut prüfen zu lassen.

Die Luftfahrt steht nie still – wir auch nicht. Unser Redaktionsteam ist immer am Puls des Geschehens. Für den Preis eines Kaffees im Monat lesen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unabhängige Berichterstattung. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-air-france

Air France setzt Flüge nach Havanna wegen Treibstoffmangel aus

ticker-air-france

Air France-KLM prüft Airbus A350-1000 und Boeing 777X als Nachfolger für Boeing 777

Airbus A320 Neo von Tap am Gate: Wer greift zu?

Air France-KLM verspricht Tap eine zentrale Rolle im Konzern

ticker-klm

Air France und KLM werten Basic-Tarife im Vielfliegerprogramm wieder auf

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack