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SAS und Norwegian reagieren

Airlines wütend über Schwedens Luftfahrtsteuer

Seit dem 1. April gilt in Schweden eine neue Luftfahrtabgabe. Sie soll dem Land eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz sichern. Fluglinien drohen mit einem Abbau.

Swedavia Airports

Flugzeuge am Airport Göteborg: Für die Fluglinien wird es teurer in Schweden.

Viele Jahre hat Schweden über eine neue Luftfahrtsteuer debattiert, die dem Klimaschutz dienen soll. Am 1. April 2018 ist die Abgabe nun in Kraft getreten. Sie gilt für alle Flüge, die von schwedischen Flughäfen aus abheben, und ist nach der Entfernung gestaffelt.

Bei Verbindungen innerhalb Schwedens und zu Europa-Destinationen werden 60 Kronen pro Passagier fällig (5,80 Euro). Bei Zielen außerhalb Europas mit einer maximalen Länge von 600 Meilen sind es 250 Kronen (24 Euro) und bei längeren Flügen 400 Kronen (39 Euro). Ausgenommen sind Kinder unter zwei Jahren sowie Transitpassagiere, die im gleichen Flieger oder innerhalb von 24 Stunden in einem anderen Flugzeug weiterreisen.

Auch Biokraftstoffe im Visier

Zahlen müssen aber nicht direkt die Passagiere, sondern die Fluggesellschaften. SAS Scandinavian Airlines droht laut dem öffentlich-rechtlichen Sender SVT denn auch, Langstreckenziele künftig vom dänischen Kopenhagen aus anzubieten. Norwegian stellt mit Verweis auf die neue Abgabe die Verbindung Karlstad – Alicante ein. Der Airline-Dachverband Iata hatte die Pläne schon 2017 kritisiert und sieht 7500 Jobs in Gefahr. Laut unterschiedlichen Umfragen befürworten zwischen 48 und 53 Prozent der Schweden die neue Steuer.

Die Regierung des Landes gibt sich derweil mit der Abgabe nicht zufrieden. Sie setzte im Februar die Biologin und ehemalige Politikerin Maria Wetterstrand als Sonderkommissarin ein, um zu analysieren, inwieweit Airlines ihre Emissionen durch den Einsatz nachhaltiger Biokraftstoffe weiter reduzieren können. Bis 2020 lässt sich die Regierung dieses Programm 100 Millionen Kronen (9,7 Millionen Euro) kosten. Ihr Ziel formuliert sie dabei deutlich: «Schweden wird als einer der ersten Wohlfahrtsstaaten frei von fossiler Energie sein und ein Vorreiterland bei der Reduzierung der Klimaemissionen.»

Österreich reduziert, Schweiz diskutiert

Ticketsteuern kennen diverse europäische Länder. Irland und die Niederlande haben sie wieder abgeschafft. In Österreich wurde sie auf Anfang 2018 halbiert. In der Schweiz wird eine solche Steuer diskutiert. Ein Vorschlag einer Abgeordneten kommt demnächst vors Parlament. Die Regierung lehnt das Vorhaben jedoch ab.



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