Weit und breit kein Flughafen in Sicht? Das hindert Airlines jetzt nicht mehr am Nordpol-Überflug.

Frankfurt - Honolulu via Nordpol

[image1] Die amerikanischen Behörden lockern ihre Regeln. Nun dürfen auch zweistrahlige Jets über den Nordpol fliegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Neue Ziele, kürzere Flugzeiten, zufriedenere Passagiere. Und all das durch eine einfache Änderung der Regeln. Die amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde macht das kurz vor dem Jahreswechsel möglich. Sie verordnete, dass Fluggesellschaften ab sofort mit zweistrahligen Fliegern wie einer Boeing B777, B787 oder dem Airbus A330 über den Nordpol fliegen dürfen. Bisher war das nicht erlaubt. Die Federal Aviation Administration verlangte nämlich, dass zweistrahlige Jets während des Fluges höchstens drei Stunden vom nächsten Flughafen entfernt sein dürfen. Nun wurde die Zeit auf fünfeinhalb Stunden erhöht. Die Fluggesellschaften müssen aber sicherstellen, dass die Crew ein spezielles Training absolvierte und über eine zusätzliche Ausrüstung verfügt - etwa Wärmedecken für Passagiere oder spezielle Anzüge für die Piloten.

Für die Fluglinien bedeutet das eine riesige Ersparnis: An Zeit und an Kerosin und damit an Geld. «Das eröffnet eine ganz neue Welt», kommentiert etwa Virgin-Atlantic-Präsident Richard Branson die neuen Möglichkeiten gegenüber der britischen Zeitung The Independent. Direktflüge von Heathrow nach Fidschi oder von Frankfurt nach Honululu würden so realistisch. So spart man etwa auf der Route von Europa in die Südsee mindestens sechs Stunden - und einen Zwischenstopp. Bis jetzt ist die Region schnellstens in 24 Stunden und mit einem Umsteigehalt erreichbar. Diese Zeit ließe sich mit der viel direkteren Polarroute auf 18 Stunden reduzieren.

Eine neue Regel

Der Grund, warum es die Regel für die zweistrahligen Jets bis anhin gab: Mit nur zwei Triebwerken ist der Ausfall von einem gravierender als bei Flugzeugen mit drei oder vier Motoren. Daher muss der Flieger in der Lage sein, möglichst schnell mit nur einem Triebwerk irgendwo zu landen. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen: 60, 120 und 180 Minuten. Schon damit gab es nur wenige Beschränkungen der Routenwahl für die Airlines. Jetzt wurde die weitere Stufe von 330 Minuten hinzugefügt und den Zweistrahlern so die ganze Welt eröffnet. Schon bald dürfte etwa Boeings Dreamliner die 330-Zertifizierung erhalten - ebenso wie der Airbus A330. Für vierstrahlige Jets ist die Route schon länger offen. Sie wird für Flüge zwischen Nordamerika und Asien denn auch bereits rege genutzt.

Fluggesellschaften und auch viele Piloten freuen sich über die neue Regelung. Doch einige Sicherheitsexperten sorgen sich noch um die Sicherheit der Passagiere. Wenn ein Triebwerk ausfalle drohe der Verlust des Kabinendrucks und eine erhebliche Abkühlung. Für die Reisenden könnten die fünf Stunden Flug über dem Pol dann ziemlich ungemütlich werden, so ein Sicherheitsexperte, der anonym bleiben will, gegenüber dem Independent.

[image2]

Mehr zum Thema

Antonov An-74 beim Eis-Lager Barneo.

Flüge von Russland zum Nordpol geplant

Nordpol: Der Spezialflug findet nicht statt.

Umstrittener Nordpolflug findet nicht statt

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack